Pater Brown – 51. Die Todesschlinge



Erster Eindruck: Wiedersehen nach vielen Jahren...

Der eisige Winter hat das Land voll im Griff, und auch ein kleiner Gasthof wird eingeschneit und ist völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Neben Pater Brown hat dort auch eine Gruppe von vier ehemailigen Schulkameraden unterschlupft gefunden, dessen Mitglieder mittlerweile gestandene Männer sind. Doch niemand von ihnen hat den Streich vergessen, den sie einst dem Hausmeister ihrer Schule gespielt haben und der schreckliche Folgen hatte...

Über 100 Jahre ist es mittlerweile her, dass Pater Brown von seinem geistigen Schöpfer Gilbert Keith Chesterton erdacht wurde, und immer noch ist der christliche Ermittler äußerst beliebt. Und so erscheinen bei Maritim mittlerweile auch Hörspielfolgen mit eigens erdachten Geschichten, wobei sich diese meist an den ursprünglichen Erzählungen orientieren. „Die Todesschlinge“ greift dabei ein sehr prominentes Motiv aus einigen älteren Krimis auf: Eine Gruppe von Menschen ist von der Außenwelt abgeschnitten, während sie sich durch einige Morde immer weiter verkleinert. Dies wird hier jedoch durch einige gelungene Elemente angereichert, denn eine gemeinsame Vergangenheit verbindet die Anwesenden. Und so wird zunächst ein sehr starkes Mordmotiv vorgegeben, doch ganz so einfach liegt der Fall dann doch nicht. Und so nähert sich der Hörer gemeinsam mit dem ermittlenden Pater Brown immer näher an den Täter, wird dabei aber auch über mehrere Umwege gelotst. Sehr gut gefällt mir dabei die Unsicherheit, die aufkommt, den scheinbar klare Sachverhalte werden dennoch immer wieder in Frage gestellt. Das macht das Ganze dynamisch und unterhaltsam, zumal auch nach der klassischen Auflösung im Kreise der verbliebenen Verdächtigen die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt ist, sondern in einem packenden Finale sein Ende findet.

Bodo Wolf ist in der Rolle des Hausmeisters zu hören, den er verbittert und vergärmt klingen lässt, aber dennoch mit viel Energie und angestauter Wut umsetzt. Besonders die Szene, in der er seine Gedanken zur Vergeltung präsentiert, wirken sehr intensiv. Michael Pan spricht Norman Cassbrick, einen der ehemaligen Schulkameraden, seine klangvolle Stimme lässt ihn einzigartig wirken und verleiht ihm ganz eigene Charakterzüge. Gleiches gilt für Klaus Dieter Klebsch, der als Bruce Mc Bannister eine sehr gelungene Darbietung präsentiert. Weitere Sprecher sind Viktor Neumann, Hans-Jürgen Dittberner und Rita Engelmann.

Die akustische Umsetzung der Folge ist zurückhaltend, wie man es seit Beginn der Serie gewohnt ist. Besonders Musik wird nur sehr sparsam eingesetzt, dafür sorgen einige Geräusche für eine passende Kulisse. So kommt auch die Stimmung in der Herberge gut zur Geltung, wobei die meiste Atmosphäre hier von der guten Sprecherleistung ausgeht.

Auch hier wird das Cover wieder von einem Szenenbild aus einem der bekannten Verfilmungen der Originalgeschichten geziert, wobei Pater Brown einsam auf einem ausladenden Sofa sitzt. Das hat mit der Folge an sich nur wenig zu tun und wirkt austauschbar, wobei auch im Inneren keine weiteren Extras zu finden sind.

Fazit: Eine Gruppe von der Außenwelt abgeschnittene Menschen, unter ihnen ein skrupelloser Mörder – was nach einem ziemlich konventionellen Ausgangspunkt klingt, ist eine sehr spannende Erzählung, die den Hörer auf diverse falsche Fährten lockt und für überraschende Wendungen sorgt. Besonders das Ende ist ungewöhnlich und sehr stark erzählt.

VÖ: 9. Dezember 2016
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-960660-32-3