Hörbe mit dem großen Hut



Erster Eindruck: Kleiner Gnom auf großer Reise

Der kleine Hutzelmann Hörbe will sich eigentlich auf den nahenden Winter vorbereiten und Preißelbeermarmelade einkochen. Doch die Herbstsonne ist so verlockend warm, dass er sich seinen großen Hut aufsetzt und ein Stück Hutzelmannsbrot einpackt, um den Wald zu erkunden. Zwar trifft er dabei auch einen neuen Freund, aber er erlebt auch spannende Abenteuer...

Es gibt hierzulande wohl kaum jemanden, der nicht mit den Geschichten von Otfried Preußler aufgewachsen ist. „Das kleine Gespenst“, „Der Räuber Hotzenplotz“, „Krabat“ - viele seiner Kinderbücher sind zu zeitlosen Klassikern geworden. Doch es gibt auch einige Bücher, die nicht ganz so bekannt sind wie andere Vertreter, und dazu gehört beispielsweise „Hörbe mit dem großen Hut“, welches 2016 vom SWR als liebevolles Hörspiel umgesetzt worden ist, die CD-Version ist beim Audio Verlag erschienen. Und schon nach wenigen Minuten fühlt man sich in den herbstlichen Wald versetzt und wandert mit dem kleinen Gnom durch die Gegend. Die Atmosphäre ist dabei sehr dicht, warm und fröhlich, mit einigen für Kinder richtig spannenden Highlights. Dabei ist die Handlung eher zweitrangig, im Mittelpunkt stehen einzelne, fast schon episodenhafte Szenen, in denen Hörbe immer neuen Gestalten begegnet. Und natürlich gibt es darin einige Weisheiten zu entdecken, die sich eher nebenbei erschließen und wie immer bei dem Autor nicht mit dem erhobenen Zeigefinger aufgezeigt werden. Aber Hörbe lernt auf seiner aufregenden Reise so viel, dass man nicht nur aufmerksam lauscht, sondern auch ganz selbstverständlich einiges von ihm mitnimmt. Ein wunderschönes Hörspiel, das mit seiner liebevollen Umsetzung und der putzigen Handlung punktet.

Nico Holonics ist in der Hauptrolle des Hörbe zu hören. Er spricht ihn sehr niedlich und ausdrucksstark, sodass eine wundervolle Figur entsteht. Dabei geht er sehr gut auf die zuhörenden Kinder und ihre Bedürfnisse ein und wirft all seinen Charme in die Waagschale. Sandra Schwittau spricht Zwottel mit ihrer rauen, kratzigen Stimme, aus der sie alle Härte nimmt und so eine ebenso präsente und niedliche Figur erschafft. Als Erzählerin ist Brigitte Hobmeier eine sehr gute Wahl, mit ihrer sanften und freundlichen Stimme sorgt sie für angenehm stimmige Momente. Weitere Sprecher sind Jirka Zett, Ernst Konarek und Michael Tregor.

Das Hörspiel sprüht geradezu vor sanften, magischen Momenten, und genau das wird auch in der eingefügten Musik deutlich. Verspielte Melodien und sanft eingesetzte Instrumente sorgen für eine sehr stimmige Atmosphäre, die durch einige wohl platzierte Geräusche verstärkt wird. Das passt alles sehr gut zusammen und hält die Spannung über die Stunde Laufzeit aufrecht.

2016 ist auch eine Neuauflage des Buches mit neu designtem Titelbild erschienen, und natürlich wurde dieses auch für die Hörspieladaption verwendet. Der kleine Hutzelmann mit seinem unverkennbare Hut sitzt inmitten des Waldes und näht, was in einem sehr ansprechenden und niedlichen Zeichenstil gehalten ist. Das Innere enthält alle wichtigen Produktionsinformationen, aber keine weiteren Extras.

Fazit: Die Geschichte von Hörbe ist schlicht und ergreifend zauberhaft, die Abenteuer des kleinen Hutezgnoms sind abwechslungsreich und reativ erdacht. Die Hörspielversion steht dem in nichts nach, man merkt allen Beteiligten die Liebe zur Geschichte an, sodass alles sehr stimmig und eingängig wirkt.

VÖ: 11.November 2016
Label: Der Audio Verlag
Bestellnummer: 978-3-8623-1834-6