Die Teufelskicker – 64. Punktspiel oder Popstar?



Erster Eindruck: Erster Auftritt für die Punkies

Catrina ist nicht gerade begeistert als sie erfährt, dass ihre Cousine Leonie von Hamburg in ihre Nähe zieht, denn früher war sie äußerst überheblich und eingebildet – und dann soll sie sogar auch noch bei den Teufelskickern mitspielen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten versteht sich Leonie aber sehr gut mit dem Team. Doch ihre Leidenschaft ist nicht der Fußball, sondern die Musik – und gerade das führt immer wieder zu Reibereien...

Die Teufelskicker – klar, das steht für Fußball und eine engagierte Jugendmannschaft. Dass dabei zugunsten eines anderen Themas der Sport ein wenig in den Hintergrund rückt, ist schon seit Anfang der Serie zu beobachten, nie aber so stark wie in der 64. Folge „Punktspiel oder Popstar“. Denn mit dem Auftauchen von Leonie rückt die Musik fast vollkommen in den Mittelpunkt – was kein Wunder ist, denn dadurch soll die neue Europa-Serie „Die Punkies“ vorgestellt werden. Und so dreht sich der Mittelteil um den flippigen Neuzugang, ihrer Leidenschaft als Schlagzeugerin, ihren Problemen mit ihrem Vater und, ach ja, ein wenig Fußball kommt auch noch vor. Das bietet einiges an Awechslung und bezieht auch die bekannten Charaktere der Serie wieder mit ein, entfernt sich aber für meinen Geschmack etwas zu weit von den Ursprüngen der Serie. Der Erzählfluss der Folge hingegen ist gelungen, denn obwohl die Folge doppelt so lang läuft wie eine übliche Episode, kommen kaum langatmige Szenen oder unnötige Entwicklungen auf, alles hat seinen festen Platz. So ist die Vorstellung von Leonie und den Punkies durchaus unterhaltsam gelungen, könnte aber für Fußball-Puristen zu uninteressant sein.

Jenny Maria Meyer ist als Leonie zu hören, und sie schafft mit der frechen und emotionalen Art einen recht prägnanten Charakter, der gerade Kindern eine gute Identifikationsfigur bietet. Daniel Axt spricht ihren Bandkollegen Ben mit einer sehr einfühlsamen Art, er wirkt sehr sympathisch und authentisch. Julia Fölster ist als Catrina ebenfalls wieder sehr lobenswert, sie ist völlig mit ihrer Rolle verwachsen und klingt dabei immer glaubwürdig. Weitere Sprecher sind Ursula Pages, Peter Bieringer und Anton Sprick.

Die akustische Umsetzung ist wie immer bei dieser Serie solide. Die Musikauswahl ist größtenteils bereits aus vorigen Folgen bekannt, oft wird dabei das schmissige Titellied variiert. Die Geräuschekulisse ist stimmig und gerade bei den Fußbalszenen sehr lebendig. Und natürlich gibt es auch einen kleinen Ausblik auf die Punkies, denn Leonie und ihre Band interpretieren hier schon einige Titel.

Das Titelbild strahlt wieder in bunten Farben, wobei besonders das Grün des Rahmens hervorsticht. Gezeigt wird eine Szene aus dem Hörspiel, in der Leonie bei einem wichtigen Freistoß innerlich an einem Song feilt, weswegen die anderen Teufelskicker nicht gerade begeistert dreinschauen. Der ackige Comicstil kommt dabei wieder gut zur Geltung und ist mit vielen Details ausgestattet.

Fazit: Zwar gefällt mir die Idee schon, die neue Punkies-Serie auch bei den Teufelskickern vorzustellen, leider ist der Fußball-Aspekt dabei aber zu sehr in den Hintergrund getreten. Doch die Geschichte ist kurzweilig und durchaus spannend, zumal Leonie mit den Problemen mit ihrem Vater auch so zu einer gelungenen Folge beitträgt.

VÖ: 18. November 2016
Label: Europa
Bestellnummer: 888751883123