Gespenster-Krimi – 11. Das Tor zur Hölle



Erster Eindruck: Grausame Dämonen und apokalyptische Momente

Padre Manzoni wird vom Vatikan in einer heiklen Misson nach Jerusalem ausgesendet, um dort seltsame Vorgänge in einem vorchristlichen Tempel zu untersuchen. Ihm zur Seite steht die Archäologin Christine Hammond, doch noch bevor die beiden aufeinander treffen wird Manzoni von den Mächten der Hölle gejagt...

Ein Hörspiel mit dem Genre Horror zu beschreiben, gibt zwar immer eine grobe Richtung vor, doch innerhalb dieses Genres gibt es noch zahlreiche Facetten, die es auszuloten gilt. Ein wenig hat es sich dies die Neuauflage der Gespenster-Krimis zur Aufgabe gemacht, all diese Unterkategorien auszuloten, sodass dem Hörer in der elften Folge wieder eine ganz neue Szenerie präsentiert wird. Hier wird es dämonisch, denn nichts geringeres als der Kampf gegen die finsteren Mächte der Hölle steht im Mittelpunkt. Zunächst lernt man die Hauptfigur Padre Manzoni und seinen Auftrag kennen, danach steigert sich das Tempo immer weiter – ebenso wie die Bedrohung des Geistlichen und seiner Mitstreiterin. Das ist sehr intensiv in Szene gesetzt, wobei die Gewaltszenen sehr explizit geschildert werden und dem Hörer keinen Raum für Phantasie gelassen wird. Das ist teilweise schon sehr deftig und splatterig, als Film würde definitiv ein roter Aufkleber mit dem Aufdruck „ab 18“ aufgeklebt werden. Das trifft vielleicht nicht jedermans Geschmack, lenkt aber auch nicht allzu sehr von der gut strukturierten und spannenden Handlung ab. Besonders gegen Ende wird ein dämonisches Feuer entfacht, dem man sich kaum entziehen kann und das ein offenes Finale bietet, das eben nicht alles aufklärt und den Hörer im Ungewissen lässt – sehr gelungen. Die kleinen Spitzen gegen die katholische Kirche, die ein Horrorhörspiel mit geistlichem Hauptcharakter scheinbar zwingend mit sich bringt, hätte man zwar auch weglassen können, stören aber auch nicht weiter. Wer auch die übrigen Folgen der Serie im Ohr hat, wird zudem mit einigen Querverweisen zu einer früheren Episode belohnt, die sich erst im Laufe der eit offenbaren. Aber auch solo macht „Das Tor zur Hölle“ insgesamt eine gute Figur.

Markus Pfeiffer spricht die Hauptrolle des Padre Manzoni mit viel Nachdruck und kann den Hörer so schnell an seine Figur und die Handlung binden, zeichnet den Spannungsbogen der Geschichte auch stimmlich nach und punktet mit einem sehr guten Timing. Auch Jennifer Böttcher hat mir als Christine Hammond gut gefallen, ihre klare Stimme passt gut in die düstere Szenerie und setzt gekonnt Akzente. Katharina von Keller ist in der Rolle der Esther sehr gut aufgehoben, sie bringt viel Dramatik mit. Weitere Sprecher sind Jürgen Holdorf, Pascal Finkenauer und Robert Missler.

Auch die Produktion der Folge kann sich wieder hören lassen, Musik und Geräusche sind sehr gut aufeinander abgestimmt. Besonders die vielen Effekte sorgen für die passende Stimmung und sind in ihrer Lautstärke in den passenden Situationen sehr präsent. Die Musik ist sehr gut an die einzelnen Szenen angepasst und sorgen für viel Düsternis.

Sehr ansehnlich ist das Cover zu dieser Folge gelungen. Als Motiv wurde ein gehörnter Dämon gewählt, der inmitten eines Feuerkreises steht. Spitze Felszacken, weitere höllische Wesen und mystische Zeichen ergänzen das stimmige Gesamtkonzept. Im Inneren des Booklets sind nicht nur alle wichtigen Produktionsinformationen aufgeführt, sondern auch ein kleines Interview mit den Autoren der Folge.

Fazit: Nach der Vorstellung des Paters entwickelt sich schnell eine spannende Handlung, die sich immer weiter zu steigern weiß und dämonische Motive mit einigen Splatterszenen kombiniert. Das ist sehr stimmig umgesetzt und sorgt für eine sehr bedrohliche Stimmung. Besonders das offene Ende hat mir sehr gut gefallen.

VÖ: 13. Januar 2017
Label: Contendo Media/Audionarchie
Bestellnummer: 978-3-945757-49-9