Mindnapping – 25. Todesspiel – Freelancer 3.0



Erster Eindruck: Doppelfolge in zwei Serien

Auf der Spur des Menschenhändlerrings erhalten die drei Freelancer Roland Voss, Julia Naumann und Marc Sprenger einen Hinweis aus Machenschaften in Las Vegas. Ohne lang zu überlegen begeben sie sich in die Stadt der Glückspiele und nehmen zunächst einen dubiosen Casinobesitzer unter die Lupe – nur um noch tiefer in die düsteren Geheimnisse des Schleppernetzes vorzudringen...

25 Folgen Mindnapping – ein kleines Jubiläum, das zeitgleich auch die Contendo-Reihe „Mord in Serie“ feiert. Und da beide Serien ein ähnliches Konzept haben, in sich abgeschlossene Geschichten zu erzählen, haben die befreundeten Macher Christoph Piasecki und Patrick Holtheuer beschlossen, das Jubiläum gemeinsam zu begehen und eine Geschichte gemeinsam zu erzählen. Nach dem Auftalt bei „Todesjagd“ geht die Geschichte nahtlos in „Todesspiel“ weiter. Und obwohl hier keine Zeit für eine große Vorstellung der Situation oder der Charaktere verwendet wird, findet man sich auch als Neuling gut zurecht – auch wenn sich der volle Reiz natürlich nur in Kombination mit dem Vorgänger ergibt. Die drei Freelancer erforschern hier die Hintergründe der Menschenhändler, was ein lupenreiner Psychotrhiller geworden ist. Immer mehr grausame Details kommen zu Tage, durch die globale Vernetzung werden noch einmal andere Dimensionen des Falles verdeutlicht, auch der Hörer erlebt hautnah weitere der menschenverachtenden Taten. Es ist keine typische Folge von Mindnapping und sticht aus dem Rest etwas heraus, besonders der sonst immer so clever eingebaute Twist am Ende wird eingefleischten Hörern der Serie hier vielleicht fehlen. Doch die starke Handlung und die spannungsgeladene Atmosphäre lassen „Todesspiel“ dennoch zu einer hörenswerten Produktion werden.

Claudia Lösel ist in der Rolle der Freelancerin Julia Naumann zu hören. Ihre Stimme könnte wie in „Todesjagd“ auch manchmal etwas energiegeladener klingen, dennoch kann sie einen glaubhaften Auftritt hinlegen. Sascha Rotermund hat mit als Freelancer Marc Sprenger wieder sehr gut gefallen, sein markanter Klang und sein sehr präsentes Auftreten sorgen für einen interessanten Charakter. Klaus-Dieter Klebsch ist als Clifford Briggs mit seiner unverkennbaren Stimme wieder eine sehr gelungene Wahl, auch er kann mit authentischer Sprechweise punkten. Weitere Sprecher sind Anke Reitzenstein, Michael Grimm und Ulrike Stürzebecher.

Wieder ist es hier gelungen, eine stimmige und fesselnde Atmosphäre zu schaffen, was durch die Musik von Dominik Pobot gelingt. Er hat einige spannende und dramatische Melodien geschaffen, die sehr gut auf die Handlung und die dort vorherrschende Stimmung angepasst ist. Auch die Geräusche und Effekte sind gelungen und passend eingefügt.

Auf dem Cover wird die Szenerie eines Kartenspieles gezeigt, die aufgefächerten Karten und die Pokerchips werden jedoch von einigen anderen Details begleitet, die dem ganzen einen bedrohlichen Touch verleihen: Blutflecken und ein Schlagring. Das gelungene Artwork der Serie funktioniert auch hier, und im Booklet wird natürlich auf Mord in Serie und den Vorgänger dieser Folge hingewiesen.

Fazit: Auch hier wird wie im Vorgänger schon eine dichte Atmosphäre der ständigen Gefahr erzeugt, neue grausige Details und eine spannende Handlung trösten darüber hinweg, dass die Folge im Kontext der Serie etwas zu gradlinig erzählt wurde. Ein gelungenes Experiment der beiden Serien.

VÖ: 13. Januar 2017
Label: Audionarchie
Bestellnummer: 978-3-946076-16-2