Schubiduu...uh – 14. feiert Geburtstag



Erster Eindruck: Bekannter Besuch für das Gespenst...

Schubiduu...uh ist ziemlich langweilig, denn außer den wöchentlichen Besuchen von seinen Freunden Miriam und Paul hat er nicht viel Ablenkung. Umso enttäuschter ist er, als die beiden für die kommende Woche absagen, da sie zu einem Geburtstag eingeladen sind. Und da das Gespenst nicht einfach bei der Feier auftauchen kann, lädt er kurzerhand selbst zu einer Party ein – neben den vielen Kindern auch einige illustre Gäste...

Nach der Wiederauferstehung des Hörspiellabels Maritim wurden neben einiger neuer Serien auch alte Bekannte wiederbelebt, so auch das Schlossgespenst Schubiduu...uh, dass in der zweiten Folge nach dem Reboot eine ordentliche Party plant. Das Setting ist wieder recht stimmig gelungen, und auch die Charaktere sind klassisch und gekonnt positioniert: Schlossherrin Petrowa als spielverderbende Gegenspielerin, Nachwächter Dampf als gutmütiger Helfer, Miriam und Paul als Identifikationsfiguren für die Kinder, und natürlich Schubiduu...uh als Hauptfigur. Leider wirkt seine Rolle hier manchmal etwas uninspiriert und hätte mit mehr Pepp umgesetzt werden können, und auch ansonsten wirkt die Folge leider etwas zu langsam erzählt. Obwohl zahlreiche gute Ideen einfließen, wird sehr gebremst erzählt - was nicht zuletzt an den teilweise sehr unglücklichen Formulierungen, vermeidbaren Dopplungen von Begriffen und grammatikalischen Fehlern liegt. Hier bin ich immer wieder drüber gestolpert, sodass der Hörfluss unterbrochen wurde. Der nostalgische Aspekt dieser Serie ist sicherlich lobenswert und streckenweise auch gut umgesetzt, doch die geisterhaften Gäste der Party können mich nicht so recht vom Hocker hauen. Schade, dass die vielen guten Ansätze wegen des nicht ganz ausgereift wirkenden Skriptes nicht so recht zur Geltung kommen wollen.

Robert Missler ist natürlich wieder als Schubiduu...uh zu hören, hätte aber trotz aller Professionalität auch etwas mehr Schwung mit einbringen können. Gut gefällt mir allerdings die Auflösung, bei der er Olga Petrowa auf äußerst charmante Art die Leviten liest. Bernd Stephan ist in einer witzigen Rolle als Gast auf der Party zu hören, er bringt etwas passenden Pathos mit ein. Erzähler Peter Weis führt mit seiner angenehmen und ruhigen Art gekonnt durch die Handlung. Weitere Sprecher sind Nils Rieke, Patrick Bach und Kerstin Draeger.

Die Produktion ist sauber und ohne Fehler, auch hier wird der nostalgische Charme unterstützt. SO klingen die Musikstücke tatsächlich, als seien sie den Anfängen der 80er Jahre entsprungen, und auch die Geräuschkulisse ist entsprechend aufgebaut. Die oben bereits erwähnte Party hätte aber dennoch ruhig lauter und wilder klingen dürfen.

Schubiduu...uh ist auf dem Cover mit seinen beiden Freunden zu sehen, wobei die Geburtstagsfeier angedeutet wird: mit Luftschlangen, Konfetti, Tröten und Muffins. Auch auf das alte Schloss wird angespielt, hierfür sorgen ein Ölgemälde sowie eine Streitaxt, die gut in das Bild integriert sind. Der auffällige Schriftzug zieht aber zunächst alle Blicke auf sich.

Fazit: Hier werden durchaus viele gute Ideen umgesetzt, doch leider kommen diese durch das Skript nicht so recht zur Geltung. Einerseits wirken einige Dialoge deutlich zu hölzern, während auch vermeidbare Fehler als Stolpersteine den Hörfluss stören. So bleiben lediglich einige hübsche Momente, aber allein das macht nun mal kein rundum gelungenes Hörspiel aus.

VÖ: 9. September 2016
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-9606-6089-7