Geister-Schocker – 66. Invasion des Grauens



Erster Eindruck: Ein ziemlich schräger Fall...

Da Pierre Lebois kaum eine andere Wahl hat, eröffnet er eine Detektei für übernatürliche Recherchen, wobei er auf die Hilfe seiner Großmutter setzt. Und tatsächlich muss diese schon bald ihre Fähigkeiten als Medium einsetzen, denn mit Coco Lefort steht schon bald Pierres erste Mandantin vor der Tür. Diese hat die Leiche ihrer Schwester grausam zugerichtet aufgefunden hat...

Nur noch 600 Folgen trennen Geister-Schocker von der für die magisch wirkenden Folgenanzahl von 666, doch da dieses besondere Jubiläum wohl noch etwas auf sich warten lässt, wurde mit „Invasion des Grauens“ die immerhin schon 66. Folge veröffentlicht. Diese beginnt mit recht viel Gestöhne – erst vor Leidenschaft, dann vor Grauen – und beides wirkt in seiner Darstellung leider etwas überzogen. Doch die Neugier ist hiernach sicherlich geweckt, und diese wird mit einer ziemlich abgedrehten Story auch erfüllt. Nach einer unterhaltsamen Vorstellung von Geisterjäger Pierre und dem Besuch seiner ersten Klientin wird eher mit klassischer Detektivarbeit weitergemacht, bis die Folge in einem zweiten Handlungsstrang einen ganz anderen Dreh bekommt. Man kann den Machern hier definitiv nicht Einfallslosigkeit vorwerfen, denn die Hintergründe der Geschichte sind sehr kreativ erdacht und kommen so in kaum einem anderen Hörspiel vor. Das hat allerdings auch zur Folge, dass man sich eben auch auf diese durchgedrehte Szenerie einlassen muss. Die Verknüpfung der verschiedenen Handlungsstänge ist gut gelungen, immer wieder gibt es kleine Spannungsmomente, auch wenn man diesen Effekt durch das Weglassen einiger Informationen noch hätte steigern können. „Invasion des Grauens“ bringt mal wieder neue Facetten in die Serie ein und scheut sich auch nicht davor, ziemlich merkwürdige Pfade zu beschreiten.

Leonhard Mahlich ist in der Rolle des Pierre Lebois zu hören, den er mit viel Leben umsetzt und ihm eine sehr markante Note verleiht, zudem mischt er immer einen leicht humorigen Unterton mit ein. Die famose Luise Lunow setzt ihre tiefe, kratzige Stimme auch in diesem Hörspiel ein, um eine unheimliche und mysteriöse Szenerie zu erzeugen. Michael Bideller ist in der Rolle des Inspektor Caran zu hören, auch er spricht eingängig und setzt mit seiner Stimme präzise Akzente. Weitere Sprecher sind Marie Bierstedt, Rainer Fritzsche und Sandra Schwittau.

Das Team um Sebastian Pobot hat auch für diese Folge eine eigenständige Atmosphäre gesorgt. Dabei sind es insbesondere die treffenden Melodien, die im Hintergrund eingesetzt wurden und dabei für eine intensive Stimmung sorgen. In einigen Szenen sind dann auch Geräusche sehr prägnant eingesetzt und treten auch durchaus mal in den Vordergrund, was die Dialoge sehr gut ergänzt.

Eine klauenbewehrte, schuppige Krallenhand legt sich auf die Schulter einer erschrockenen Schönheit im Mondlicht – ein ansprechendes und atmosphärisches Cover, das allerdings recht beliebig ist. Gerade für diese ungewöhnliche Geschichte hätte man auch ein prägnanteres Titelbild einsetzen können. Lobenswert wieder das beiliegende Booklet mit vielen Hintergrundinformationen und vielen Fotos von mitwirkenden Sprechern.

Fazit: Die Einführung der Figuren und der Szenerie ist kurzweilig und unterhaltsam gelungen, verlässt aber schnell eingetretene Pfade und schwenkt zu einem ziemlich abgedrehten Fall um. Die Erzählweise hätte noch etwas Feinschliff vertragen, doch die vielen kreativen Einfälle entschädigen diese kleinen Stolpersteine.

VÖ: 25. November 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-193-8