Die schwarze Sonne – 11. Heilige Geometrie



Erster Eindruck: Gelungenes Comeback nach vielen Jahren

Nach dem Tod seines Mentors Nathaniel ist Adam Salton immer noch wie paralysiert und überwindet seine Trauer nur langsam. Doch der Kampf gegen das Böse lässt ihm eigentlich keine Zeit zur Pause. Ähnlich ging es auch seinem Vater, der vor 40 Jahren den Tod eines engen Freundes begleitet hat und dabei einige düstere Geheimnisse erfahren hat...

„Die schwarze Sonne“ war lange Zeit das Meisterstück von Hörspielproduzent Günter Merlau, dennoch wurde die Serie nach 10 Folgen mitten in einem Handlungsstrang abgesetzt. Sechs Jahre später gibt es nun aber ein Comeback bei neu auferstandenen Label Maritim. Erzähltechnisch eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, denn wie soll man den Hörer nach dieser Zeit in die sehr komplexe Geschichte auf mehreren Zeitebenen wieder heranführen? Tatsächlich hat sich Merlau hier die Mühe gemacht, die Grundsituation und die Charaktere noch einmal vorzustellen und dennoch weiter voranzubringen. Dabei werden nicht alle Details aus der Vergangenheit wiederholt, sondern eher die aktuelle Situation geschildert. Dabei bewegt sich die Handlung nur zögerlich voran, ist aber weiterhin sehr atmosphärisch dicht und eindringlich gestaltet. Es geht also gewohnt melancholisch, düster und bedrohlich weiter, und man findet sich erstaunlich schnell in dem vielschichtigen Gebilde zurecht. Besonders gelungen ist jedoch die Schlusssequenz, in der die wunderbare Gegenspielerin Arabella March wieder eine wichtige Rolle innehat und dem Hörer ihr Innerstes offenbart – und das wächst zu einer wahren Schreckensvision heran, die mich absolut in ihren Bann gezogen hat.

Christian Stark ist erneut in der Rolle des Adam Salton zu hören, mit seiner tragenden und tiefgreifenden Stimme zieht den Hörer schnell in seinen Bann, auch wenn die Handlung anfangs etwas statisch wirkt hängt man an seinen Lippen und folgt seinen Ausführungen gespannt. Günter Merlau selbst ist als William Salton zu hören, auch dabei beweist er sein Talent für das richtige Timing und dramatische Situationen. Die wunderbare Reinhilt Schneider begeistert hier wieder als diabolische Arabella March, die sie mit viel Leidenschaft intoniert. Weitere Sprecher sind Stefan Brontlo, Michael Prelle und Peter Woy.

Auch bei der akustischen Gestaltung beweisen Merlau und sein Team haben auch hier wieder die ideale Kulisse für die Geschichte aufgebaut und überzeugen mit eingängigen, düsteren Musikstücken, die gekonnt ineinander fließen und auch während die Dialoge für eine starke Atmosphäre sorgen. Besonders die oben erwähnte letzte Szene ist dabei sehr lobenswert umgesetzt, mit viel Energie und feinen Details wird hier eine perfekte Hintergrundgestaltung geschaffen.

Am Cover wurde wieder etwas gefeilt, es wirkt jetzt aufgeräumter und behält dennoch den alten Charme bei, beispielsweise durch den ansehnlichen Schriftzug. Die rot-schwarze Gestaltung wirkt dabei düster und geheimnisvoll, die mit zahlreichen Ornamenten verzierten geometrischen Figuren haben dabei ihren ganz eigenen Reiz. Im Inneren ist wieder das bereits bekannte Portrait von Nathaniel und Adam zu sehen, auch die Schriftart mit den Tintenklecksen wirkt wieder sehr ansehnlich.

Fazit: Toll, wie Günter Merlau den Hörer hier nach Jahren der Abwesenheit wieder in seinen Bann zieht und die Geschichte nahtlos fortsetzt und dennoch die Möglichkeit bietet, wieder sanft einzusteigen. Die hervorragende atmosphärische Gestaltung und die sehr präsente Grundstimmung sorgen wieder für eindringlichen Hörgenuss, der sich gegen Ende noch zu steigern weiß.

VÖ: 18. November 2016
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-960660-07-1