Foster – 6. Ein Dämon mir zu dienen



Erster Eindruck: Ein weiterer Schritt zum Großen Ganzen

Eine junge Frau hat plötzlich riesigen Hunger auf frohes Fleisch, in ihrer Verwirrung ruft sie um Hilfe – nicht ahnend, welche Wandlung sie noch durchmachen wird. Währenddessen erhält Foster einen neuen Auftrag von Rogers, der weitere Informationen Informationen zum großen Krieg von Gut und Böse verspricht. Doch sein Weg führt ihn geradewegs zu einem mächtigen Dämon...

Noch immer ist „Foster“ mit sechs Folgen eine recht junge Hörspielserie – ein heikler Zeitpunkt, denn hier schleicht sich langsam Normailtät ein, und der Hörer will weiter überrascht werden, um am Ball zu beiben. Oliver Döhring beweist dabei einmal mehr ein Händchen für das richtige Timing und treibt die Rahmenhandlung orgentlich voran, lässt aber auch einiges im Argen. Diese Mischung ist typisch für ihn und wird durch eine zweigeteilte Handlung noch verschärft. Einerseits wird die äußerst packende Geschichte über die junge Frau im Wandel erzählt, andererseits wird Foster wieder etwas mehr in den Mittelpunkt gerückt. Das tut der Serie sehr gut, denn gerade der raue Charme des unkonventionellen Ermittlers ist einer der positivsten Aspekte. Es kommt besonders gut zur Geltung, dass er eben nicht der strahlende Geisterjäger ist, der moralisch immer richtig liegt und deswegen am Ende die Lage im Griff hat. Ihm passieren Fehler, er vergreift sich im Tonfall, er übergeht gern mal die ein oder andere klare Anweisung. Dass sich die Handlung dabei äußerst dynamisch und packend entwickelt, macht „Ein Dämon mir zu dienen“ zu einer sehr hörenswerten Folge der Serie und unterstreicht deren Qualität.

Thomas Nero Wulff ist natürlich wieder in der Rolle des Fosters zu hören, dabei klingt er wieder sehr abgehärtet und cool, lässt aber auch immer wieder einen Funken Emotion aufblitzen und schafft damit eine sehr facettenreiche und glaubhafte Figur. Frank Schaff ist als Rogers eine ebenso gute Besetzung, seine markante Stimme passt bestens in die harte Kulisse der Serie. Debora Weigert hat mir in der Rolle der Sophia äußerst gut gefallen, sie trifft die Rolle auf den Punkt und bringt jede Menge Energie mit ein. Weitere Sprecher sind Bodo Wolf, Phillipp Schepmann und Ulrike Hübschmann.

Typisch für Döring-Hörspiele ist auch die perfekte akustische Umsetzung, die auch hier wieder für eine sehr lebendige und eindringliche Atmosphäre sorgt. Da knallt und kracht es an allen Ecken und Enden, da gibt es aber auch ruhige Momente für einen dynamischen Eindruck und die richtigen Schockmomente. Und auch die Musik ist sehr treffend eingesetzt, sie verstärkt den intensiven Eindruck der einzelnen Szenen noch weiter.

Neben dem knallgrünen und ziemlich großen Schriftzug ist das Cover ansonsten in einem dunklen Blau gefärbt. Gezeigt wird eine junge Frau mit Krallenhänden, Reißzähnen und geld leuchtenden Augen, was einen sehr düsteren und bedrohlichen Eindruck erweckt. Im Inneren sind wieder die wichtigsten Informationen übersichtlich dargestellt, weitere Extras sind allerdings nicht vorhanden.

Fazit: Die zweigeteilte Geschichte entwickelt sich konsequent weiter und beinhaltet sehr unterschiedliche Stimmungen. Dabei kommt sowohl der raubeinige Charme des Hauptcharakters als auch die bedrohliche Grundsituation bestens zur Geltung. Schön, wie sich die beiden Stränge später annähern und zu einem gemeinsamen, sehr eindringlichen Finale führen.

VÖ: 9. Dezember 2016
Label: Imaga
Bestellnummer: 978-3-946207-01-6