Die Elfen – 13. Der Klan der Lutin



Erster Eindruck: Gandas Rückkehr

Die Lutin Ganda ist unter Elfen aufgewachsen und war so immer in keinem der beiden Völker ganz heimisch. Als sie von Gromjan in einen Lutin-Clan aufgenommen wird, lernt sie die Sitten und Gebräuche noch einmal von einer ganz anderen Seite kennen – und erfährt einige Dinge aus ihrer Vergangenheit, die sie an der Aufrichtigkeit der Elfen zweifeln lassen...

Ganda war schon zu Anfang der Serie „Die Elfen“ nach den Büchern von Bernhard Hennen ein äußerst spannender Charakter und hat sich über die bisherigen Folgen immer weiter entwickelt. Die 13. Episode widmet sich nun ganz dem fuhsköpfigen Geschöpf, setzt sie als Erzählerin ein und verfolgt ihren Weg bei ihrem eigenen Volk, dem sie mittlerweile sehr fremd geworden ist. Schön ist dabei, dass wie nebenbei zahlreiche neue Informationen über das gering geschätzte Volk eingebracht werden, die neue Facetten mit einbringen und einige scheinbar festzementierte Fakten aushöhlen. Und auch die Geschichte um Ganda ist interessant erzählt, nach einer kurzen Zusammenfassung ihres bisherigen Lebens – was den Einstieg deutlich erleichtert und es einem auch ermöglicht, diese Folge losgelöst vom Rest zu hören – wird ihre Eingewöhnungsphase bei den Lutin erzählt, was kurzweilig und locker geraten ist. Erst später kommt dann eine fortlaufende Handlung zustande, dann nimmt die Folge auch Fahrt auf und überzeugt mit einigen Wendungen. Die dichte Atmosphäre und die vielen Informationen, die die Rahmenhandlung zwar nicht weit vorantreiben, aber der Welt noch mehr Intensität verleihen, machen „Der Klan der Lutin“ zu einer sehr hörenswerten Folge.

Laura Maire ist natürlich ans Ganda mit dabei, wobei ihr Redeanteil deutlich erhöht wurde. Dabei lässt sie nicht nur in den Dialogen, sondern auch in den zahlreichen Erzähltexten eine sehr gekonnte Mischung aus Pfifigkeit und einem Hauch Melancholie einfließen, was einen spannenden und facettenreichen Charakter erschafft. Gromjan, der Anführer des Klans, wird von Hannes Stelzer gesprochen, der mit seiner tiefen und angenehmen Stimme schnell das Vertrauen der Zuhörer weckt und die Rolle geschickt ausstaffiert. Regina Lemnitz hat einen sehr gelungenen Auftritt als Zita, ihre raue Stimme lässt sie immer etwas hinterhältig klingen, aber nie wirklich boshaft – eine tolle Mischung! Weitere Sprecher sind Rasmus Borowski, Peter Kirchberger und Asad Schwarz.

Wieder hat es das Team von Dennis Ehrhardt geschafft, dieser Folge einen eigenständigen Soundtrack zu verpassen, der sich sowohl gut in die bisherige Reihe einfügt, als auch die Besonderheiten dieser Folge unterstreicht. So sind gerade die anfänglichen Szenen bei den Lutin sehr atmosphärisch gelungen und sorgen mit vielfältigen Hintergrundgeräuschen für einen lebendigen Ausdruck.

Der Angriff auf die Lutin wird auf dem Cover thematisiert, zwei der fuchsköpfigen Wesen werden darauf mit Pfeilen beschossen, auch eine der Echsen liegt im Hintergrund getroffen am Boden. Die hügelige Landschaft im Hintergrund wird dabei von einem wolkenverhangenen Himmel ins rechte Licht gerückt. Schön auch, dass wieder ein kleiner Text zu der Folge von Autor Bernhard Hennen zu lesen ist.

Fazit: Eine ungewöhnliche Folge, da sie sich nicht auf den Fortlauf der Serie konzentriert, sondern ein fast schon in sich abgeschlossenes Abenteuer von Ganda erzählt. Dabei bekommt die Hintergrundgeschichte der vielen Völker der Welt nicht nur mehr Substanz, sondern wird auch mal aus einer anderen Sicht erzählt. Es ergänzen sich Informationen über das Volk der Lutin mit einer flüssigen und am Ende spannenden Handlung.

VÖ: 2. September 2016
Label: Zaubermond
Bestellnummer: 978-3-95426-973-0