Die drei ??? - 180. und die flüsternden Puppen



Erster Eindruck: Ungewöhnlicher Hilfeschrei

Vor dem Fitnessstudio findet Peter einen Walkman, wegen der guten Musik hört er die enthaltene Kassette an. Doch plötzlich wird der Song unterbrochen und durch eine daramtische Szene überspielt, in der eine junge Frau entführt wird. Als die drei ??? herausfinden, dass die Aufnahme echt ist, versuchen sie dem Opfer zu helfen – was sie sogar bis nach Mexiko führt...

Mit „Die flüsternden Puppen“ hat Andre Minninger nach Jahren mal wieder eine Geschichte für die drei ??? beigesteuert, die als 180. Folge der Hörspielserie umgesetzt wurde. Nach einer stimmungsvollen und überraschenden Introszene baut sich die eigentliche Handlung anfangs eher langsam auf, auch während der Handlung gibt es immer wieder einige Szenen, die gestrafft einen dynamischeren Eindruck gemacht hätten. Doch genau darin liegt auch eine große Stärke der Folge, die atmosphärsich sehr dicht ist und einige sehr intensive, ja sogar gruselige Szenen zu schaffen. Besonders eine düstere Nacht in einem halb verfallenen Haus ist dabei zu erwähnen, doch auch das anschließende Rätsel, das die drei Detektive lösen müssen und das ganz anderer Art ist als gewohnt, ist sehr stimmig gelungen. Die Auflösung des Ganzen ist durchaus trickreich gelungen und hat ganz am Ende noch einen überraschenden Dreh. Auch die Konflikte zwischen den Hauptfiguren und die ganz besondere Beziehung zu einem alten Bekannten sind sehr gut eingebaut. Das alles ist stimmig zusammengestellt und unterhaltsam erzäjlt, neben einigen gelungenen Lachern gibt es insbesondere eine Geschichte mit viel Flair und Ausdruck. Allerdings gibt es doch so einige Ungereimtheiten, sodass die Folge an einer Top-Bewertung vorbeischrammt.

Skinny Norris wird in dieser Folge von Michael Harck gesprochen, er klingt dabei trotz seines Alters sehr jugendlich und setzt seine ausdrucksstarke Stimme wieder sehr gekonnt ein. Julia Fölster kann das entführte Mädchen mit viel Elan und Kraft umsetzen, auch bei den leisen und geflüsterten Momenten sorgt sie für sehr viel Atmosphäre. Mario Ramos kann ebenfalls überzeugen, er zeigt einige Facetten von sich und kann dabei mit passender Betonung punkten. Weitere Sprecher sind Holger Mahlich, Andre Minninger und Eric Schäffler.

Musikalisch ist diese Folge eher unauffällig, die Melodien fügen sich aber harmonisch ein und gestalten die Szenenübergänge runder. Große Experimente werden dabei nicht gewagt, aber die Stimmung der Folge gekonnt unterstrichen. Wie immer perfekt eingebaut sind die Geräusche, die die Szenen lebendiger wirken lassen und ihnen eine gewisse Tiefe verleihen.

Dass Puppen ziemlich gruselig sein können, wurde ja schon öfters bewiesen, und auch das starre Gesicht, das das Cover zu dieser Folge ziert, passt bestens zu der vorherrschen düsteren Stimmung der Folge – zumal auch wieder der typische leicht abstrakte Zeichenstil wieder verwendet wurde. Die restliche Gestaltung der CD ist bereits aus den vorigen Folgen bekannt und übersichtlich aufbereitet.

Fazit: Die Folge hat es wegen des etwas trägen Starts nicht geschafft, mich sofort zu packen, konnte aber Spannung und Atmosphäre immer weiter steigern. Besonders die nächtlichen Szenen in Mexiko sind sehr stimmig, später wird es ordentlich brenzlig und gefährlich – eine gelungene Mischung, auch wenn nicht alles in sich logisch aufgebaut ist.

VÖ: 4. März 2016
Label: Europa
Bestellnummer: 888430093928