Zeitsplitter: Die Jägerin (Christin Terrill)



Erster Eindruck: Zwei gegensätzliche Leben

Em ist seit Monaten in einer winzigen Stelle eingesperrt und hat kaum Kontakt zur Außenwelt. Nur mit Finn, der in einer benachbarten Zelle festsitzt, kann sie sich austauschen. Und in der Mitte ihre Zelle ist ein Abfluss, dessen Öffnung sich nur schwer öffnen lässt. Ganz anders das Leben von Marina, die in einer heilen Welt wohnt und schwer in den hochintelligenten James verliebt. Und trotz dieser ganz unterschiedlichen Situationen sind beide Schicksale eng miteinander verknüpft…

Zeitreisen sind in der aktuellen Jugendliteratur ein vielgefragtes Thema, und auch die Newcomer-Autorin Christin Terrill hat sich diesem Thema angenommen und ihr Erstlingswerk „Zeitsplitter: Die Jägerin“ darum gestrickt. Dennoch hat sie dabei einige innovative Elemente übernommen und dem ersten Teil der Romanreihe einen ganz eigenen Stil verpasst. Zunächst einmal lässt sie vieles im Unklaren. Man erfährt nur wenig über Em, lediglich die aktuelle Situation ist bekannt. Nur sehr langsam lüftet sie den Schleier und fügt Ems Bild weitere Puzzlestücke hinzu, was sehr spannend und kurzweilig gestaltet ist. Auch die Verbindung zu Marina, aus deren Sicht ebenfalls erzählt wird, klärt sich erst im Laufe der Zeit auf. Erst mit dem Aufkommen des Zeitreise-Themas werden einige Sachen deutlicher, ein Blick auf das Gesamtkonzept wird erlaubt. Für einen Jugendroman ist das alles recht komplex aufbereitet, auch die vielen sprunghaften Perspektivwechsel fordern ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit. Doch „Zeitsplitter“ ist auch sehr spannend geschrieben und beschreibt innere Konflikte, eine zart eingebaute Liebesgeschichte und auch die Bedrohung durch einen unberechenbaren Gegner, sodass der Hörer nicht nur gefordert, sondern auch sehr gut unterhalten wird. Und im Gegensatz zu anderen Buchreihen wird hier nicht mit dem großen Cliffhanger aufgetrumpft, sondern die Handlung in sich abgeschlossen. So kann man für sich entscheiden, ob man weiterhören will oder die Geschichte für sich stehen lässt – bei mit wird aufgrund dieses sehr guten ersten Teils jedoch die Neugierde auf die weiteren Ereignisse siegen.

Hier wurden gleich zwei Sprecherinnen engagiert, sodass die Erzählteile von Em und von Marina gut voneinander abgegrenzt wurden, auch das Verständnis fällt ob der komplexen Handlung so deutlich leichter. Britta Steffenhagen wählt für die Interpretation der Em eine sehr harte, unnachgiebige Stimme und bringt so die ganze Energie der jungen Frau an den Tag. Ganz anders ist da Jodie Ahlborn, die die Naivität von Marina und ihre Sorglosigkeit sehr gelungen umsetzt, später aber auch noch mehr aus sich herausgeht. Zwei starke Stimmen und zwei eindringliche Interpretationen.

Natürlich wurde auch hier das Cover des Buches verwendet, um den Wiedererkennungswert zu stärken. Auf weißem Hintergrund ist ein türkises Rund zu sehen, von dem oben einige Teile abgesplittert sind. Autorin und Titel sind in einfachen Lettern darauf abgedruckt. Die Köpfe von zwei jungen Frauen umgeben des, beide schauen recht intensiv in die Kamera. Das dicke Digipack wirkt stabil, im Inneren finden die 5 CDs in Plastikeinsätzen Platz.

Fazit: Zwar ist „Die Jägerin“ der Auftakt zu einem Mehrteiler, kann aber auch für sich allein stehen und ist in sich abgeschlossen – löblich! Die Handlung ist recht komplex und fordert mit den sprunghaften Szenenwechseln und der verschlungenen Geschichte die Aufmerksamkeit des Hörers, ist aber auch sehr spannend erzählt – lohnenswert!

VÖ: 1.März 2014
Label: Der Audio Verlag
Bestellnummer: 978-3-86231-386-0