Faust jr. ermittelt – 9. Der unsterbliche Artus



Erster Eindruck: Auf den Spuren der Vergangenheit

Gerade erst hat Frank Faust seinen Vater, den Erfinder Heinrich Kilanowski, wiedergefunden. Um sich besser kennenzulernen machen sie gemeinsam eine Reise nach England, wo sie der Sage um den berühmten König Artus auf den Grund gehen wollen. Doch so ganz auf einer Wellenlänge schwimmen die beiden nicht, und so gibt es bald den ersten Streit. Und dann taucht plötzlich ein alter Bekannter auf…

Die Idee, Wissen in einem spannenden Hörspiel zu vermitteln, ist zwar nicht ganz neu, wird von der Reihe „Faust jr. ermittelt“ aber sehr gut aufbereitet. Mit „Der unsterbliche Artus“ ist die mittlerweile neunte Folge erschienen, sie handelt von dem Mythos um Merlin und Artus. Aufgedeckt wird dabei, on Artus wirklich gelebt hat, was an den Geschichten wahr sein könnte und wie dieser große Komplex aus verschiedenen Geschichten entstanden sein könnte. Dazu nimmt Frank Faust die Ermittlungen auf und trifft auf verschiedene Experten – wie immer aus dem wahren Leben -, die ihm weiterhelfen und neue Aspekte hinzufügen, was am Ende ein stimmiges und rundes Gesamtbild zeigt. Doch das ist natürlich nicht alles, auch die Rahmenhandlung weiß zu überzeugen. Die Reise durch England, der Streit mit dem Vater, das Auftauchen eines nicht gerade gern gesehenen Bekannten und die Auflösung des Falles können mit einer kurzweiligen Geschichte überzeugen. Besonderen Gefallen findet die Art, wie Frank Faust immer wieder mit dem Erzähler der Handlung spricht, auch die manchmal unbeholfene Art des Mannes trägt viel zum Unterhaltungswert bei. Hier wird in einem spannenden Hörspiel viel Wissen vermittelt, die 78 Minuten vergehen sehr schnell und machen Spaß.

Erzähler Bodo Primus hat nicht nur eine sehr angenehme Stimme, der man gerne lauscht, er bringt auch viel Leben in seinen Klang und spricht dynamisch, passt sich immer der jeweiligen Situation an. Seine Gespräche mit Frank lockern dabei immer wieder die Handlung auf. Frank Faust wird vom wunderbaren Ingo Naujoks gesprochen, der für diese Rolle wie geschaffen scheint. Seine lockere, manchmal etwas trottelige Art passen sehr gut, er findet eine sehr gute Balance zwischen dem Witz der Figur und der Ernsthaftigkeit der Geschichte. Sein Vater Heinrich Kilanowski wird von Jochen Malmsheimer gesprochen, auch er agiert sehr glaubwürdig und lebendig. Weitere Sprecher sind Benjamin Armbruster, Ralph Erdenberger und Luna Jahrreiss.

Die Akustik des Hörspiels ist ebenfalls gut gelungen. Die Musik ist sehr variabel eingesetzt und vermittelt verschiedene Stimmungen, sodass sie sich immer gut der jeweiligen Szene anpasst und deren Wirkung verstärken kann. Auch die Geräusche sind sehr gut eingefügt und lassen das Hörspiel lebendiger wirken. Allerdings hört man deutlich, dass die Experten nicht in einem Studio aufgenommen wurden, diese Aufnahmen unterscheiden sich deutlich von den fiktiven Personen. An sich ist das nicht sonderlich schlimm, nur wenn daraus eine Unterhaltung entsteht, fallen die unterschiedlichen Klänge doch etwas negativ auf.

Die Motive auf dem Cover haben einen engen Bezug zu dem Hörspiel, zu sehen ist neben einem alten Torbogen und dem Gesicht einer Statue natürlich auch das berühmte Schwert, das im Stein steckt. Blitze und ein Wolkenhimmel sorgen dabei für die richtige Stimmung. Das Booklet enthält neben einer Trackliste und den üblichen Angaben noch zusätzliche Informationen wie die von Fran Faust gemachte Reiseroute und zahlreiche Fotos von den besuchten Orten.

Fazit: Frank Faust ermittelt auf den Spuren von König Artus, und das ist für den Hörer in einer interessanten und spannenden Handlung geschildert. Die Einbindung des Erzählers, einige reale Experten und viele Hintergrundinformationen sind nur einige der gelungenen Elemente dieser neunten Folgen. Sicherlich nicht nur für Kinder lehrreich.

VÖ: 1.August 2013
Label: Igel Genius
Bestellnummer: 978-3-7313-1014-3