Geister-Schocker – 71. Kalter Tod durch heiße Flocken

Geister-Schocker – 70. Strand des Grauens

Geister-Schocker – Land der lebenden Toten -2-

Geister-Schocker – Zombiehölle Afrika -1-

Geister-Schocker – 69. Die Nacht der Giganten

Geister-Schocker – 68. Die Grotte des Entsetzens

Geister-Schocker – 67. Die Blumen des Bösen

Geister-Schocker – 66. Invasion des Grauens

Geister-Schocker – 65. Turm des Schreckens

Geister-Schocker – 64. Experiment des Wahnsinns

Geister-Schocker – 63. Boten des Unheils

Geister-Schocker – 62. Der Fluch des Geistes

Geister-Schocker – 61. Der Satan aus der Gruft

Geister-Schocker – 60. Hostile Area

Geister-Schocker – 59. Tagebuch des Grauens

Geister-Schocker – 58. Der Fluch der Werwolfs

Geister-Schocker – 57. Cargyro, der Schreckensdämon

Geister-Schocker – 56. Im Club der Satanstöchter

Geister-Schocker – 55. Das Werkzeug des Bösen

Geister-Schocker – 54. Mit dem Grauen hart am Wind

Geister-Schocker – Sonderedition: Gefangen im Spukschloss

Geister-Schocker – 53. Das blutige Zeichen der Hexe

Geister-Schocker – 52. Der See der stummen Schreie

Geister-Schocker – 51. Blutsbande

Geister-Schocker – 0. Gefangen in der Geisterwelt

Geister-Schocker – 50. Grabeskälte

Geister-Schocker – 49. Piratenrache

Geister-Schocker – 48. Der Tyrann aus der Tiefe

Geister-Schocker – 47. Der Zirkel des Todes

Geister-Schocker – 46. Die Schleier der Nacht

Geister-Schocker – 45. Stimmen aus dem Jenseits

Geister-Schocker – 44. Der Geist vom Kölner Dom

Geister-Schocker – 43. Griff aus dem Dunkel


Geister-Schocker – 71. Kalter Tod durch heiße Flocken



Erster Eindruck: Rick Marsters muss sterben!

Es ist ein sommerlicher Junitag im verschlafenen Ort Kilroy, als riesige Wolken aufziehen und ätzende Schneeflocken auf die Bewohner rieseln lassen. Der Frieden ist vorüber, jeder hat einen geliebten Menschen verloren oder ist selbst entstellt. Schnell ist der Schuldige ausgemacht: Der übernatürliche Ermittler Rick Marsters, der kurz vor der Katastrophe im Dorf gesichtet wurde...

Geister-Schocker besteht ja in der Regel aus in sich abgeschlossenen Geschichten, doch in „Kalter Tod durch heiße Flocken“ kehrt zumindest ein bereits bekannter Charakter auf: Rick Marsters darf in einem weiteren übernatürlichen Fall ermitteln. Die Introszene setzt einen sehr intensiven Startpunkt, in dem das Grauen der Erscheinung gut zu Gehör gebracht wird. Recht schnell wird anschließend die Brücke zu Rick Marsters geschlagen, der nicht nur in dem Fall seine Recherchen anstellt, sondern deutlich enger mit den Ereignissen verknüpft ist, als man anfangs denken könnte. Die Szene, in der er noch einmal vorgestellt wird, ist vielleicht eine Spur zu lang geraten und nimmt das Tempo nach dem tollen Intro aus der Folge, das anschließend erst einmal nicht wieder in Fahrt kommt. Die Handlung kommt erst später wieder in Fahrt, wenn Rick mit seiner Begleiterin Amy einer Geistererscheinung auf die Spur kommt. Dieser letzte Teil ist dann wieder richtig gut erzählt, indem viele kleine Wendungen und Überraschungen mit Tempo in Szene gesetzt werden. Die Bedrohung für Rick von allen Seiten bringt zusätzlichen Druck in die Handlung.

Patrick Bach ist wieder als Rick Marsters zu hören und bringt seine Rolle gut herüber, indem er viele Facetten einbaut und den Charakter so lebendig gestaltet. Marie Burghardt steht ihm als Marie zu Seite, auch sie passt sich den unterschiedlichen Stimmungen ihrer Rolle gut an und hinterlässt einen positiven Gesamteindruck. Tanja Niehoff hat einen gelungene Auftritt, den sie mit mit viel Wut in der Stimme und einer dazu passenden Aura umsetzt. Weitere Sprecher sind Reent Reins, Marc Schülert und Tom Steinbrecher.

Die erste Szene hinterlässt Eindruck – auch weil die Zusammenstellung aus aufgebrachten Stimmen, hektischen Geräuschen und dramatischer Musik so gut funktioniert. Doch auch später passt sich das Sounddesign gut der jeweiligen Situation an, sodass besonders die Geistererscheinungen zum Ende der Geschichte viel Eindruck hinterlassen.

Das Cover wirkt wie eine Collage aus verschiedenen Motiven, der säurehaltige Schnee gehört allerdings nicht dazu. Vielmehr ein erschrocken flüchtendes Paar, ein hoch in den Himmel ragendes Schloss und zwei Hände, die sich wie aus dem Nichts in rot-schwarzer Umgebung nach vorne strecken. Wirklich ein Einklang kann ich dies nicht mit der Handlung bringen. Im Inneren sind wieder viele zusätzliche Informationen zu finden.

Fazit: Trotz des etwas gewöhnungsbedürftigen Titels ist ein gelungenes Hörspiel entstanden, dass nach der tollen Introszene zwar etwas ins Stocken gerät, später aber eine spannende und unheimliche Geschichte erzählt. Toll, wie die Bedrohung für Rick inszeniert wird und wie eng er dann doch mit den Ereignissen verknüpft ist.

VÖ: 1. September 2017
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-229-4


Geister-Schocker – 70. Strand des Grauens



Erster Eindruck: Die zwei Detektive und die surfenden Skelette

Ein junges Paar verbringt einige Tage in Point Reeves, einem ehemals viel besuchten Badeort, der seit einigen Jahren jedoch verweist ist. Auch die beiden merken bald, woran das liegt und verschwinden spurlos. Kurz darauf ist auch die junge Jill an eben dieser Küste, um ihren Bruder zu suchen. Dabei erhält sie unerwartete Hilfe vom rauhbeinigen Ronny...

Neben bereits erschienen Heftromanen werden bei den Geister-Schockern auch immer wieder eigens geschriebene Geschichten vertont – und nicht immer ist sofort zu erkennen, um welche Kategorie es sich handelt. Sicherlich gibt es einige Episoden, die wegen eines modernen Themas herausstechen. „Strand des Grauens“ hätte jedoch gut und gern auch schon einige Jahre alt sein können, ist aber tatsächlich von Axel Koch für die 70. Folge der Serie verfasst worden. Das Hörspiel verbreitet jedoch einen sehr nostalgischen Charme, hat aber auch mit einigen Stolpersteinen der populären Heftromane zu kämpfen. So wirken manche Momente doch eher unfreiwillig komisch statt gruselig oder gar grauenerregend. Die Handlung ist flüssig erzählt und überzeugt gleich zu Anfang mit einem gelungenen Kniff, indem die beiden Besucher des Strandes, die man zunächst als Hauptperson vermutet, unter merkwürdigen Umständen verschwinden. Und auch danach wird mit recht hohem Tempo weiter ermittelt, alle Elemente kommen dabei gut zur Geltung und haben ihren festen Platz in der Handlung. Mir gefällt diese Flotte Erzählweise, zumal die Beziehung zwischen den beiden Hauptermittlern eine gelungene ist – irgendwo zwischen Liebesgeschichte, Misstrauen und gemeinsamen Kampf gegen dunkle Mächte angesiedelt. Gerade gegen Ende werden zudem so einige Überraschungen und Wendungen angeboten, sodass trotz einiger etwas schrägen Einfälle eine unterhaltsame Geschichte entstanden ist.

Jenny Maria Meyer ist als Jill zu hören und macht ihre Sache sehr ordentlich. Sie klingt engagiert und glaubhaft, wobei sie im späteren Verlauf das aufsteigende Grauen sehr treffend mit ihrer Stimme zum Ausdruck bringt. Ihr zur Seite steht Michael Pink als Ronny, der mit viel Ausdruck und einer gekonnten Betonung eine authentische Figur schafft, die immer sehr souverän reagiert. Toll ist als Mr. Reeves, der von Lutz Riedel gesprochen wurde, und wunderbar in die düstere Atmosphäre der Geschichte passt. Weitere Sprecher sind Dirk Hardegen, Lutz Harder und Ulrike Stürzbecher.

Tom Steinbrecher ist wieder für die akustische Umsetzung verantwortlich und hat gemeinsam mit Alexander Schiborr auch die Musik beigesteuert. Hier passt alles gut zusammen und setzt mit den düsteren Melodien immer wieder Akzente. Unterstützt durch eine Vielzahl von unterschiedlichen Geräuschen und Sounds wird der Handlung eine eingängige Atmosphäre angepasst.

Wie die Geschichte könnte auch das Cover von einem alten Heftroman stammen, wurde aber von Ertugrul Edirne eigens angefertigt. Durch die Abbildung der surfenden Skelette wird leider schon ein Teil der Auflösung verraten. Zudem ist nicht ganz klar, warum der sowieso schon recht knappe Bikini der weiblichen Figur noch zerfetzt sein muss. Im Inneren gibt es Fotos einiger Sprecher und kurze Infos zu Autor und Zeichner.

Fazit: Der Aufbau der Handlung hat mir gut gefallen und wurde durchdacht ausgeführt, sodass es einen spannenden Weg bis zur überraschenden Auflösung gibt. Auch Figuren wurden gut ausgestattet und bieten genügend Konfliktpotenzial. Einige Ideen, wie die der surfenden Skelette, wirken aber etwas merkwürdig und senkt dann auch den Gruselfaktor.

VÖ: 30. Juni 2017
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-228-7


Geister-Schocker – Land der lebenden Toten -2-



Erster Eindruck: Die Epedemie breitet sich aus...

Knapp der Zombiehölle Afrika entkommen, machen sich Laura Janssen, Dylan Christopher und Sam Ellis auf den Heimweg in die USA, mit dem guten Gefühl, die Ausbreitung der lebenden Toten aufgehalten zu haben. Doch schon an Bord ihres Fliegers zeigt sich, wie sehr sie sich geirrt haben, denn einer der Passagiere zeigt die untrüglichen Anzeichen einer Zombie-Infektion...

Exklusiv auf Vinyl bringt Romantruhe Audio einen Dreiteiler der „Geister-Schocker“-Reihe auf den Markt, der das aktuell populäre Thema einer Zombie-Epedemie auf ganz eigene Weise erzählt. Denn theoretisch hätte „Zombiehölle Afrika“, der erste Teil, auch für sich allein stehen können, erfährt aber in „Land der lebenden Toten“ eine interessante Fortsetzung mit einem Wechsel des Schauplatzes. Die ersten Szenen spielen noch im Flugzeug und sind ziemlich actiongeladen, fast schon hektisch umgesetzt. Ich habe etwas ein klaustrophobisches Gefühl vermisst, welches ich bei dem prägnanten Handlungort erwartet hätte. Danach entwickelt sich die Handlung turbulent weiter, wobei die Auswirkungen bis in die höchsten politischen Kreise reichen. Das bringt noch einmal einen ganz anderen Dreh in den eher konventionell gehaltenen ersten Teil. Immer wieder gibt es aufregende Highlightszenen, und auch das Trio der Protagonisten kommt nicht unbeschadet aus der Handlung heraus. Sehr gelungen auch, wie die Entwicklung der Zombie-Seuche weiter voranschreitet und so den Pegel an Dramatik immer weiter erhöht. Das Ende ist dieses mal sehr offen gehalten, die Handlung endet mitten in einer Szene, sodass die Lust auf den dritten Teil und damit den Abschluss weiter geschürt wird.

Kerstin Draeger spricht die Rolle der Laura Jannsen, eine engagierten Ärztin, mit viel Ausdruck in der Stimme und bringt die steigende Aufregung gut herüber, doch auch die Coolness, die sie in den entscheidenden Szenen bewahrt. Markus Raab ist als Sam Ellis zu hören, der insgesamt einen positiven Eindruck hinterlässt und viel Energie in seine Stimme legt. Die Rolle des amerikanischen Präsidenten wird von Günter Karl übernommen, der eine passende Aura um die Figur schafft und diese konsequent umsetzt. Weitere Sprecher sind Detlef Tams, Christiane Marx und Kim Hasper.

Wie so oft bei den Geister-Schockern ist auch hier Tom Steinbrecher für die akustische Umsetzung zuständig, wobei er die Geräusche hier auch mal ordentlich aufdreht. So ist gerade die anfängliche Flugzeugszene sehr laut umgesetzt, aber auch bei den späteren Actionsequenzen sind zahlreiche Sounds im Einsatz. Die Musik ist passend dazu ausgewählt und bringt zusätzliche Dynamik mit ein.

Das Cover kommt in dem deutlich größeren Format der LP sehr gut zur Geltung. Zu sehen ist eine Zombiehorde, die auf das weiße Haus zumarschiert. Man mit verzerrtem Gesichte, mal mit langen Klauen, mal mit fehlener Schädeldecke wurden hier so einige Klischees des Genres heraufbeschworen und zu einem stimmigen Ganzen zusammengestellt.

Fazit: Der Mittelteil der Trilogie ist recht knackig erzählt und bietet einige sehr prägnante Szenen, prescht aber auch etwas schnell durch die Handlung und lässt dabei nicht alle Elemente gut zur Geltung kommen. Das Thema wird dabei auf eine interessante und moderne Art umgesetzt, sodass ein guter Mittelteil der Trilogie entstanden ist.

VÖ: 24. März 2017
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-280-5


Geister-Schocker – Zombiehölle Afrika -1-



Erster Eindruck: Ein Trip, den man nicht so schnell vergessen wird...

Sarah Coleman, die für die Weltgesundheitsorganisation nach Afrika gereist ist, um eine schreckliche Ebbola-Epedemie einzudämmen, wird dort von skrupellosen Entführern verschleppt. Als Lösegeld wird eine hohe Summe an die amerikanische Regierung gestellt. Dylan Christopher wird beauftragt, die junge Frau zu retten, nicht ahnend, welcher Schrecken sich ihm dort zeigen würde...

Die Vinyl-Platte ist wieder im Kommen! Schon lange sind Musikalben auf den großen, schwarzen Scheiben sehr beliebt, und nun hat Romantruhe Audio dieses Medium auch für das Hörspiel wiederentdeckt. Ein Mehrteiler um eine Zombieepedemie ist exklusiv auf Vinyl erhältlich, „Zombiehölle Afrika“ macht den Start. Bei der Auswahl der Handlung wurde dieses mal nicht auf einen bereits bestehenden Heftroman zurückgegriffen, sondern ein eigenständiges Skript von Markus Topf verfasst. Der Aufbau der Geschichte wirkt dennoch zunächst recht klassisch für die Serie, indem sich die übernatürlichen Elemente zunächst noch zurückhalten und erst später immer mehr Raum einnehmen. Das Setting ist dabei durchaus gelungen, die Kombination aus dem fremdartigen Land und der düsteren Bedrohung ist stimmig in Szene gesetzt worden und punktet mit einem hohen Tempo. Das geht zwar punktuell zu Lasten der Atmosphäre, da die Geschichte etwas hektisch wirkt, sorgt aber auch für eine sehr unterhaltsame Handlung. Und dann gibt es sie eben doch, die ganz präsenten und einprägsamen Szenen, die wirklich unheimlich sind und eher einen stillen Grusel denn die große Actionladung zeigt. Da lohnt es sich doch, wieder einmal den Plattenspieler aus dem Schrank zu holen...

Martin Sabel ist in der Rolle des Dylan sehr gut besetzt, da er seine markante Stimme wieder voll im Griff hat und der Figur viel Leben einhaucht. Dabei gibt er ganz den coolen Actionhelden mit dem lässigen Auftreten, was gut zur gewähten Stimmnuance passt. Tanya Kahana ist als Sarah zu hören, sie passt sich gut der recht harten Atmosphäre der Handlung an und sorgt mit ihrer gekonnten Sprechweise für gut platzierte Akzente. Erzähler ist Christoph Memmert, der souverän und mit viel Energie seine Passagen umsetzt. Weitere Sprecher sind Timo Kinzel, Kerstin Draeger und Detlef Tams.

Tom Steinbrecher ist auch hier wieder für den Klang zuständig, wobei er wieder eine geschmeidige Mischung aus Geräuschen und Musik gewählt hat. Die Sounds sind wuchtig und lassen die Dialoge lebendig und nahbar wirken, wobei die Dramatik in den Actionsequenzen deutlich gesteigert wird. Die Musik ist hart und macht sich in den Szenenwechseln und einigen Sprechpassagen sehr gut.

Das Cover zu dieser Folge der Serie ist logischerweise deutlich größer als bei den CD-Versionen und macht richtig was her. Nestor Taylor hat eine militärische Kampfszene gezeichnet, die von Maschinengewehren, Hubschraubern und natürlich jeder Menge entstellter Zombies geürägt ist. Durch das fehlende Booklet sind dieses mal nur die wichtigsten Informationen auf der Rückseite des Covers zu finden.

Fazit: Die Geschichte ist wuchtig und temporeich wie immer, zumal auch einige spannende Szenen mit einfließen. Und dennoch gibt es auch einige Momente, die wirklich etwas gruselig wirken. Das Setting ist überzeugend, nur manchmal wirkt die Folge wie aus dem Zeitraffer und lässt dass alles ein wenig verschwimmen.

VÖ: 24. März 2017
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-279-9


Geister-Schocker – 69. Die Nacht der Giganten



Erster Eindruck: Klauen, Zähne und viel Hunger

Der Reporter Craigh Sanders und seine Kollegin Betty Land dürfen noch vor der offiziellen Eröffnung eines Freizeitparks das weitläufige Areal besichtigen, in dem überall sehr lebensechte Modelle von Dinosauriern ausgestellt werden. Doch etwas kommt den beiden ganz und gar seltsam vor, denn die merkwürdigen Todesfälle häufen sich. Was hat Professor Sondstrup damit zu tun, der den Park konzipiert hat?

Durch den Einsatz von Vorlagen aus dem Bereich der Heftromane vertont die Reihe Geister-Schocker immer wieder Geschichten von ganz unterschiedlichen Autoren. Nun ist auch eine Vorlage von Wolfgang Hohlbein produziert worden, einer der populärsten deutschen Fantasy-Autoren. „Die Nacht der Giganten“ stammt aus der Zeit vor seinem großen Durchbruch und erinnert unüberhörbar an die erfolgreichen Jurassic Park-Filme – auch wenn der Heftroman viele Jahre vor der Verfilmung entstanden ist. Doch hier muss Craigh erst einmal hinter das Geheimnis des Parks kommen, womit recht viel Zeit verwendet wird – eine für den Hörer nicht durchgängig aufregende Zeit, denn worauf es hinausläuft, ist jedem klar, der das Cover gesehen hat. Danach konzentriert sich die Handlung auf den Kampf gegen die übermächtigen Dinosaurier, was kurzweilig und sehr actiongeladenen geraten ist. Ein hübscher Kniff kommt noch hinzu, da man die Motive von Professor Sondstrup zunächst nicht ganz durchschauen kann und man nie ganz sicher ist, welche Ziele er verfolgt. Das Action-Abenteuer ist flott und unterhaltsam erzählt, allerdings auch recht oberflächlich geraten. Denn die Figuren bleiben insgesamt etwas blass, manches wirkt wie im Schnelldurchlauf erzählt, sodass nicht alle Elemente gut zur Geltung kommen. Insgesamt aber ein kurzweiliges Hörspiel für Zwischendurch, welches mit der passenden Stimmung durchaus zu unterhalten versteht.

Santiago Ziesmer beweist einmal mehr seine Vielfalt im Ausdruck, trotz seiner unverkennbaren Stimme verleiht er Craigh einen ganz eigenen Ausdruck, besonders in den Actionszenen ist er ausdrucksstark und bringt die Anspannung des Reporters gut zur Geltung. Victoria Sturm ist in der Rolle der Betty Land ebenfalls gut besetzt, kann ihre unterschiedlichen Stimmungen treffend und mit glaubhafter Intonation umsetzen. Andreas Wilde ist als Professor Sondstrup zu hören, er baut eine gekonnte Aura um die Figur auf und lässt sie mit ihrem eindrucksvollen Auftreten aus der Masse hervorstechen. Weitere Sprecher sind Bert Stevens, Sascha Rotermund und Alexandra Lange.

Für Regie und Sound ist dieses mal die R & B Company und ihrem Regisseur Simeon Hrissomalis zuständig, dennoch passt auch diese Produktion gut in die Reihe. Denn die typischen Elemente, der Einsatz von recht viel Musik und lauten Sounds, die besonders in den Actionsequenzen herausstechen, sind auch hier vorhanden und lassen eine recht dichte Stimmung entstehen.

Ein riesiger Tyrannosaurus-Rex ist auf dem Cover abgebildet, das Maul mit den spitzen Zähnen weit aufgerissen, den Körper im Laufen bedrohlich nach vorn geneigt. Menschen mit panischen Gesichtern laufen vor ihm weg, während im Hintergrund ein zerstörtes Gebäude angedeutet wird. Das ist gut zusammengestellt und wirkt dynamisch. Im Inneren des kleinen Booklets sind wieder einige zusätzliche Informationen vorhanden.

Fazit: Der Hörer weiß, worauf alles hinsteuern wird, und so wirkt der Start etwas zu sehr in die Länge gezogen, während später ein zu hohes Tempo angeschlagen wird. Dennoch kommt der Charakter des Professor Sondstrup gut zur Geltung, und durch die kurzweilige Handlung und die gut umgesetzte Stimmung ist ein hörenswertes Hörspiel entstanden.

VÖ: 19. Mai 2017
Label: Romatruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-227-0


Geister-Schocker – 68. Die Grotte des Entsetzens



Erster Eindruck: Schrecken in irischem Dorf...

Irland ist gerade in Aufruhr, und deswegen wird der Reporter Jack Callum, der für eine Londonder Zeitung schreibt, dorthin geschickt, um sich einen Eindruck vor Ort zu machen. Doch die merkwürdigen Todesfälle häufen sich, sodass sich auch Callum bald nicht mehr sicher fühlt. Denn es sind schon längst keine politischen Unruhen im Gange...

Auch die 68. Folge der Geister-Schocker hat wieder einen ganz anderen Ansatz als ihre Vorgänger, sodass der Hörer auch hier zu Anfang nicht so recht weiß, was ihm in den kommenden 53 Minuten erwarten wird. Und so sind gerade die ersten Minuten der Episode sehr spannend – man spürt diesen Hauch des Bedrohlichen, Übernatürlichen, kann dies aber noch nicht einordnen. Im Laufe der Zeit lichtet sich dieser Schleier dann, und leider lässt dann auch die Folge etwas nach und wird zu einem recht konventionellen Gruselhörspiel, das nur noch an wenigen Stellen überraschen kann. Das mag an dem recht klassisch angelegten Gegenspieler dieser Folge liegen, der aber auch gleichzeitig für einige wohlige Gänsehautschauer sorgt. Die ganz große Innovation steckt dementsprechend nicht in „Die Grotte des Entsetzens“, und auch im Vergleich zu einigen Vorgängern dieser Serie kann das Hörspiel nicht mithalten. Solide erzählt und kurzweilig ist es allerdings allemal, sodass Fans des Genres ruhigen Gewissens zugreifen können.

In diese Folge wurde ein klassischer Erzähler eingebaut, und dieser Part wird von Helgo Liebig übernommen. Er setzt dabei kleinere Akzente, um die Spannung noch zu steigern, sodass er den Spannungsbogen der Folge gekonnt nachzeichnet. Christian Stark ist in der Rolle des Jack Callum präsent und ausdrucksstark, zudem verpasst er ihm einige Eigenheiten, die ihn so lebensnah wirken lassen. Dirk Hardegen unterstützt ihn in der Rolle des Inspektor Murphy, beide Stimmen harmonieren gut miteinander. Weitere Sprecher sind Reent Reins, Robert Missler und Martin Sabel.

Das Buch von Markus Topf nach einem Heftroman von Andrew Hathaway wird auch akustisch gekonnt in Szene gesetzt, wobei getreu dem Titel der Serie auch einige lautere und heftigere Szenen für eine gewisse Dramatik sorgen. Die eingesetzten Melodien und die zahlreichen Geräusche ergänzen sich dabei gelungen und sorgen für einen dynamischen Eindruck der Folge.

Das kleine Booklet enthält neben einigen Produkthinweisen auch Fotos der Sprecher und Informationen zu Autor, Heftroman und Illustrator Pujolar, der für das Cover in erdigen Tönen eine düstere Szenerie geschaffen hat. Das ist nicht nur ansehnlich und passt gut in die bisherige Covergalerie, sondern ist auch gut an die Handlung angepasst.

Fazit: „Die Grotte des Entsetzens“ punktet nicht mit Innovation oder großen Überraschungen, sondern mit einer solide erzählten und phasenweise durchaus spannenden Handlung, die durch ihre dichte Atmosphäre punkten kann. Besonders der Beginn der Folge ist stark erzählt und macht richtig Spaß.

VÖ: 31. März 2017
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-226-3


Geister-Schocker – 67. Die Blumen des Bösen



Erster Eindruck: Eine Reihe betrüblicher Todesfälle...

Peter Marbel ist sich sicher, dass der Tod seiner Mutter keinen natürlichen Ursprung hatte. Sofort hat er seinen Onkel im Verdacht, doch der hat ein bombensicheres Alibi für das Tatabend. Doch als er von weiteren mysteriösen Todesfällen erfährt und als einzige Gemeinsamkeit einen Blumenstrauß am Tatort entdeckt, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln...

Für die 67. Folge der Geister-Schocker hat sich Romantruhe Audio wieder an einem alten Heftroman bedient und diesen als Hörspiel vertont. Dabei ist eine recht ungewöhnliche Folge der Reihe entstanden – nicht wegen der Atmosphäre, diese ist erneut recht dicht gelungen. Das gewählte Thema ist dann aber doch nicht gerade alltäglich, auch nicht in anderen Versionen von vertonten Gruselromanserien: Tötende Blumen. Das klingt anfangs etwas absurd, wird aber in sich stimmig erzählt und hat einen gelungenen Spannungsbogen zu bieten. Den Höhepunkt erreicht dieser, als Peter Marbel auf den Widersacher dieser Folge trifft und er sehr eingängig von seinen Plänen berichtet. Doch auch die vorige Konfrontation mit seinem Onkel und das packende Finale sind prägende Szenen. Insgesamt ist das alles etwas überspitzt dargestellt und klingt eher trashig, sodass auch der Gruselfaktor zu kurz kommt. Die vielen unverbrauchten Ideen sorgen dennoch für Unterhaltung, nur Grusel-Puristen werden mit der Handlung nicht viel anfangen können.

Tom Steinbrecher, der sich sonst eher auf die akustische Gestaltung konzentriert, ist hier nun auch mal in einer Hauptrolle zu hören. Insgesamt macht er seine Sache recht ordentlich und kann mit seiner Stimme den Spannungsbogen der Folge nachzeichnen. Dirk Hadegen ist als Marvin Sangley mit dabei, er spricht seine Rolle dynamisch und punktet mit seiner ausdrucksstarken Betonung. Als Erzähler ist Holger Liebig mit dabei, er gestaltet seine Parts sehr kurzweilig und sorgt für die passende Gruselatmosphäre. Weitere Sprecher sind Detlef Tams, Marc Schülert und Christin Dreuker.

Auch für das Sounddesign ist Tom Steinbrecher in dieser Folge verantwortlich, und er hat der Geschichte einen Soundtrack spendiert, der die Stimmung deutlich verdichtet. Treffend auf die einzelnen Szenen abgestimmt wird so die Dramatik noch einmal erhöht. Und auch die eingesetzten Geräusche tragen wieder dazu bei, die Dialoge lebendiger wirken zu lassen.

Bei einem so starken Motiv wie dämonischen Blumen wäre es natürlich Verschwendung, diese nicht auch auf dem Cover zu präsentieren. Es ist ein dicker Strauß geworden, neben einigen bunten Blüten sind dort auch kahle Schädel mit unheimlich leuchtenden Augen eingebunden. Der ernst dreinblickende Übergeber und die entsetzte Dame geben dem ganzen einen passenden Rahmen.

Fazit: Wirklich überzeugt hat mich diese Folge nicht, das gewählte Thema wirkt an einigen Stellen eher unfreiwillig komisch. Doch die starken Charaktere und einige sehr gut inszenierte Dialoge sorgen für einen flüssigen Verlauf, zudem sind eine Handvoll unverbrauchter Ideen eingebaut. Das sorgt für etwas Abwechslung in der Serie und hat einen gelungenen Spannungsbogen.

VÖ: 17. Februar 2017
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-194-5


Geister-Schocker – 66. Invasion des Grauens



Erster Eindruck: Ein ziemlich schräger Fall...

Da Pierre Lebois kaum eine andere Wahl hat, eröffnet er eine Detektei für übernatürliche Recherchen, wobei er auf die Hilfe seiner Großmutter setzt. Und tatsächlich muss diese schon bald ihre Fähigkeiten als Medium einsetzen, denn mit Coco Lefort steht schon bald Pierres erste Mandantin vor der Tür. Diese hat die Leiche ihrer Schwester grausam zugerichtet aufgefunden hat...

Nur noch 600 Folgen trennen Geister-Schocker von der für die magisch wirkenden Folgenanzahl von 666, doch da dieses besondere Jubiläum wohl noch etwas auf sich warten lässt, wurde mit „Invasion des Grauens“ die immerhin schon 66. Folge veröffentlicht. Diese beginnt mit recht viel Gestöhne – erst vor Leidenschaft, dann vor Grauen – und beides wirkt in seiner Darstellung leider etwas überzogen. Doch die Neugier ist hiernach sicherlich geweckt, und diese wird mit einer ziemlich abgedrehten Story auch erfüllt. Nach einer unterhaltsamen Vorstellung von Geisterjäger Pierre und dem Besuch seiner ersten Klientin wird eher mit klassischer Detektivarbeit weitergemacht, bis die Folge in einem zweiten Handlungsstrang einen ganz anderen Dreh bekommt. Man kann den Machern hier definitiv nicht Einfallslosigkeit vorwerfen, denn die Hintergründe der Geschichte sind sehr kreativ erdacht und kommen so in kaum einem anderen Hörspiel vor. Das hat allerdings auch zur Folge, dass man sich eben auch auf diese durchgedrehte Szenerie einlassen muss. Die Verknüpfung der verschiedenen Handlungsstänge ist gut gelungen, immer wieder gibt es kleine Spannungsmomente, auch wenn man diesen Effekt durch das Weglassen einiger Informationen noch hätte steigern können. „Invasion des Grauens“ bringt mal wieder neue Facetten in die Serie ein und scheut sich auch nicht davor, ziemlich merkwürdige Pfade zu beschreiten.

Leonhard Mahlich ist in der Rolle des Pierre Lebois zu hören, den er mit viel Leben umsetzt und ihm eine sehr markante Note verleiht, zudem mischt er immer einen leicht humorigen Unterton mit ein. Die famose Luise Lunow setzt ihre tiefe, kratzige Stimme auch in diesem Hörspiel ein, um eine unheimliche und mysteriöse Szenerie zu erzeugen. Michael Bideller ist in der Rolle des Inspektor Caran zu hören, auch er spricht eingängig und setzt mit seiner Stimme präzise Akzente. Weitere Sprecher sind Marie Bierstedt, Rainer Fritzsche und Sandra Schwittau.

Das Team um Sebastian Pobot hat auch für diese Folge eine eigenständige Atmosphäre gesorgt. Dabei sind es insbesondere die treffenden Melodien, die im Hintergrund eingesetzt wurden und dabei für eine intensive Stimmung sorgen. In einigen Szenen sind dann auch Geräusche sehr prägnant eingesetzt und treten auch durchaus mal in den Vordergrund, was die Dialoge sehr gut ergänzt.

Eine klauenbewehrte, schuppige Krallenhand legt sich auf die Schulter einer erschrockenen Schönheit im Mondlicht – ein ansprechendes und atmosphärisches Cover, das allerdings recht beliebig ist. Gerade für diese ungewöhnliche Geschichte hätte man auch ein prägnanteres Titelbild einsetzen können. Lobenswert wieder das beiliegende Booklet mit vielen Hintergrundinformationen und vielen Fotos von mitwirkenden Sprechern.

Fazit: Die Einführung der Figuren und der Szenerie ist kurzweilig und unterhaltsam gelungen, verlässt aber schnell eingetretene Pfade und schwenkt zu einem ziemlich abgedrehten Fall um. Die Erzählweise hätte noch etwas Feinschliff vertragen, doch die vielen kreativen Einfälle entschädigen diese kleinen Stolpersteine.

VÖ: 25. November 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-193-8


Geister-Schocker – 65. Turm des Schreckens



Erster Eindruck: Ungewöhnliche Methoden in Schottland

Eigentlich wollte der Privatdetektiv Rick Masters einen gewöhnlichen Juwelenraub in Schottland aufklären, doch als er mehr durch Zufall einen rötlich schimmernden Turm an einem See entdeckt, wird er in eine Geschichte hineingezogen, in der er sich nicht nur gegen übernatürliche Kräfte wehren, sondern auch mit einem recht eigensinnigen Sergeant auseinandersetzen muss...

Wer sich auf eine neue Folge der Geister-Schocker einlässt, weiß vorher nie so genau, was ihn erwartet, von modernen Actionspektakeln bis hin zu ganz klassischen Gruselgeschichten wird eine große Bandbreite geboten. Nummer 65 kombiniert dabei zwei beliebte Genres und verbindet Gruselelemente mit einer Detektivgeschichte – ein Konzept, das bereits bekannt ist und in anderen Folgen gut funktioniert hat. So auch hier, denn die Folge beginnt stimmig, hat einen sich stetig steigernden Aufbau und endet in einem unheimlichen Finale, das noch einmal einen auf die bisherige Handlung draufsetzt. Allerdings ist diese Folge für meinen Geschmack etwas zu lang geraten, die Handlung zieht sich streckenweise etwas zu sehr in die Länge und kommt nicht so recht auf den Punkt, worunter auch die Spannung zu leiden hat. Gut gefallen mir allerdings die Charaktere, die sehr gegensätzlich gestaltet sind sich aneinander reiben, was auch den Humor der Folge unterstreicht und zu witzigen Wortgefechten führt. Die Stimmung im schottischen Hochland ist ebenso gut wie intensiv getroffen, sodass eine solide Folge der Serie entstanden ist.

Patrick Bach ist als Rick Masters zu hören und übernimmt dabei auch die Erzähltexte, die durch seine authentische Sprechweise nahbar wirken. Auch in den Dialogen ist er sehr stark, mit seinem coolen und selbstbewussten Auftreten kann er eine interessante Figur schaffen. Martin Sabels markante Stimme sorgt als Sergeant Foster für einen gelungenen Gegenpart hierzu, auch er kommt gut zur Geltung und lässt seinen Charakter mit viel Energie gut zur Geltung kommen. Eine weitere starke Stimme stammt von Robert Missler als Lord Stapleton, der sich gut der Atmosphäre der Umgebung anpasst. Weitere der zahlreichen Sprecher sind Tanja Niehoff, Rüdiger Schulski und Eckart Dux.

Da die Folge an sich über weite Teile eher ruhig gehalten ist, tritt auch die akustische Gestaltung nur selten in den Vordergrund, sorgt aber beispielsweise für ein sehr eingängiges Finale. Dazwischen sorgen sehr stimmungsvolle Melodien für die passende Stimmung und werden durch zahlreiche Geräusche ergänzt, die die Dialoge lebendiger wirken lassen.

Das Cover stammt von Lonati, der zahlreiche Heftromane illustriert hat und auch hier diesen typischen, nostalgischen Stil sehr gut trifft. Zu sehen ist eine Dame samt Kerzenleuchter, die in einem geöffneten Sarg einen Vampir nebst zahlreichen Spinnweben vorfindet. Das kleine beiliegende Booklet enthält erfreulich viele Zusatzinformationen, beispielsweise zu einigen Sprechern und den wichtigsten Rollen.

Fazit: Auch wenn die Geschichte im Mittelteil etwas zu sehr in die Länge gezogen ist, kann die Handlung um den unkonventionellen Detektiv mit gelungenen Wortgefechten, unterhaltsamen Momenten und einer düsteren Grundstimmung überzeugen. Besonders das Finale ist sehr gut und einfallsreich erzählt. Ein solider Gruselkrimi!

VÖ: 21.Oktober 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-192-1


Geister-Schocker – 64. Experiment des Wahnsinns



Erster Eindruck: Unter dem Meer, unter dem Meer...

Als die Biologin Dr. Cathrin Turner von ihrem Vater erfährt, dass dieser keinesfalls ehrenhaft von seinem Forschungsprojekt entlassen wurde, ist ihr Interesse geweckt, sich ebenfalls mit den Experimenten zu beschäftigen, die sich mit der Vervollkommnung der menschlichen Rasse beschäftigt haben. Tief unter dem Meeresspiegel wurde dafür eine geheime Forschungsstation errichtet, die mehr Schrecken birgt, als sich Cathrin zunächst vorstellen kann...

Als Hörspielreihe für Fans der Gruselromanhefte aus den 70er und 80er Jahren gestartet hat sich „Geister-Schocker“ von Romantruhe Audio mittlerweile zu einem festen Bestandteil der aktuellen Hörspielwelt gemausert. Immer neue Szenarien, mal aus bestehenden Geschichten, mal eigens erdacht, warten auf den Hörer, die sich in der 64. Episode ein klassisches Horro-Szenario um ein missglücktes und aus dem Ruder gelaufenes Experiment dreht. Das wird schon zu Anfang gut aufgearbeitet, das Gespräch zwischen Vater und Tochter Turner leitet die Handlung ein und macht neugierig auf die Ergebnisse der Forschung. Die nachfolgende Vorstellung der Protagonistin und ihres Begleiters, Reporter Scott Jenning, ist kurzweilig und nicht überlang geraten, sodass sich der Hörer bald in der Unterwasserstation wiederfindet. Hier ist die Stimmung sehr dicht und eingängig umgesetzt, wobei kleine Einschübe eines parallelen Handlungsstranges für Abwechslung sorgen. Doch im Mittelpunkt steht stets Cathrin, die immer mehr von den Untersuchungen ihres Vaters erfährt, was immer mehr Schrecken offenbart. Schon bald gerät die Situation außer Kontrolle, weitere Bedrohungen kommen hinzu, was sehr dynamisch und spannend präsentiert wird. Doch auch der moralische Einschub, wie weit Wissenschaft gehen darf, wird in klaren, teils erschreckenden Bildern sehr gelungen dargestellt. Bis zum packenden Finale ist damit eine spannende Handlung enstanden, die mich wieder mal überzeugen konnte.

Die Sprecherliste beinhaltet viele bekannte Namen, und deren Energie überträgt sich auch vollkommen auf den Hörer. In der Hauptrolle steigert sich Vera Bunk im Laufe des Hörspiels immer weiter, ihre ausdrucksstarke Stimme passt sich dabei flexibel den unterschiedlichen Situationen an. Ihr zur Seite steht Tino Kießling als Scott Jennings, der sich mit standfester und glaubhafter Intonierung ein dickes Lob verdient hat. Gabriele Schramm hat als skrupellose Wissenschaftlerin Eliza Hill eine sehr zwiespältige Rolle, was ihr hörbare Freude bereitet – auch sie konnte mich voll überzeugen. In weiteren Rollen sind Peter Groeger, Reent Reins und Manfred Lehmann.

Zu dieser Art von dramatischer und actiongeladener Handlung muss natürlich die akustische Umsetzung mithalten können, was hier mit viel dynamischer Musik und insbesondere lauten, sehr effektvollen Sounds erreicht wurde. Diese sorgen auch für den einen oder anderen Schockmoment, sodass jede Szene ihren ganz eigenen Anstrich bekommt und so an Präzision gewinnt.

Ertugrul Edirne hat dieses mal das Cover in seinem nostalgischen Stil gestaltet, wobei durch die riesigen Haie schon recht viel von der Handlung verraten wird. Die riesenhaften Tiere wirken sehr bedrohlich, die Stimmung mit den kühleb Blautönen geheimnisvoll und sehr passend zur Handlung. Im Inneren ist wieder einiges zu den mitwirkenden Sprechern sowie Edirne zu lesen, auch der Ausblick auf die kommende Folge darf nicht fehlen.

Fazit: Schon gleich zu Beginn werden die Weichen für die Handlung gestellt, die sich düster und actiongeladen präsentiert. Auf den interessanten Start wird immer wieder eine Schippe draufgelegt, sodass die Spannung nie abbricht und eine dynamische, einprägsame Handlung entsteht. Die starken Charaktere und die wunderbaren Sprecher runden den positiven Eindruck ab.

VÖ: 16.September 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-191-4


Geister-Schocker – 63. Boten des Unheils



Erster Eindruck: Schrecklicher Ausflug auf einer Yacht

Dass es kein erholsamer Ausflug auf einer gemieteten Yacht werden würde, steht für Mark Terrell schon früh fest. Denn die Bekannten seiner Freundin, die ebenfalls mit an Bord sind, entsprechen so gar nicht seinen Vorstellungen von angenehmer Begleitung. Als sie an einer Insel im Ägäischen Meer anlegen wollen, wird ihnen jedoch eine Warnung mitgeteilt, die den Ausflug entgültig zum Alptraum werden lässt...

Immer wieder sind für die Geister-Schocker, der Grusel-Reihe von Romantruhe Audio, ganz neue Szenarien geschaffen worden, die in Raum und Zeit sehr variabel sind. „Boten des Unheils“ spielt mal wieder im Hier und Heute, nur der Anfang ist als Rückblick konzipiert und berichtet von Ereignissen aus der Vergangenheit, die mit der eigentlichen Handlung aber zunächst nicht in Verbindung gebracht werden können. Denn vorerst wird sich den Charakteren gewidmet, die sehr prägnant dargestellt werden und ihre Konflikte austragen. So ist der Start trotz der ausgesprochenen Warnungen und der damit verbundenen Stimmung eher gemächlich geraten, erst in der zweiten Hälfte der Handlung kommt wirklich Fahrt auf. Hier wird ein Kampf gegen ein mystisches Wesen dargestellt, dass nicht einfach nur böse und mächtig ist, sondern einen ganz eigenen Hintergrund verpasst bekommt. So wirkt alles deutlich intensiver und eindringlicher. Unterstützt wird dies durch die sanfte Einbindung von Elementen aus der griechischen Götterwelt. „Boten des Unheils“ startet für meinen Geschmack etwas zu langsam und unspektakulär, im weiteren Verlauf werden aber alle Stärken der Reihe ausgespielt, sodass insgesamt ein sehr gelungenes Hörspiel entstanden ist.

Martin Kautz ist in der Titelrolle des Mark Terrell zu hören, er setzt seine Stimme sehr variabel ein und kann alle Emotionen des Mannes kraftvoll darstellen, ohne übertrieben oder überspitzt zu wirken. Auch Uschi Hugo ist hier mal wieder zu hören, ihr ausdrucksstarker Klang setzt auch hier gekonnt Akzente, zumal sie die Rolle der Kate sehr glaubwürdig spricht. Rainer Gerlach ist als Dr. Vrettakos zu hören, er sorgt für viel unheimliche Stimmung und intensiviert die Atmosphäre noch weiter. Weitere Sprecher sind Norman Matt, Sarah Riedel und Bert Franzke.

Akustisch ist dem Produzententeam wieder eine sehr saubere Leistung gelungen, besonders die Musik ist sehr stimmig inszeniert. Die Melodien sind gut an die jeweilige Stimmung in der Handlung angepasst, sodass alles sehr dicht wirkt. Auch die Geräusche tragen natürlich ihren Teil dazu bei, diese dürfen gerade in der zweiten Hälfte auch mal etwas lauter sein und so für eindrucksvolle Momente sorgen.

Das Cover zeigt die titelgebenden Boten des Unheils, mit ihren langen wehenden Umhängen samt tief ins Gesicht gezogener Kapuzen und den weißen Pferden wirken diese tatsächlich sehr unheimlich. Auch das Innere des kleinen Booklets kann wieder voll überzeugen, da viel Bonusmaterial mit Hintergrundinformationen und ein Ausblick auf die kommende Folge geboten werden.

Fazit: Der Start hält sich zwar etwas zu lange auf, um die Charaktere vorzustellen und ihre Konflikte austragen zu lassen, später wird aber eine sehr spannende und unheimliche Geschichte um einen machtvollen Gegenspieler erzählt, der dynamisch, actionreich und vielschichtig umgesetzt ist. Besonders der Bösewicht bekommt eine sehr gelungene Hintergrundgeschichte verpasst.

VÖ: 29.Juli 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-190-7


Geister-Schocker – 62. Der Fluch des Geistes



Erster Eindruck: Ungewollter Besuch aus der Vergangenheit

Jack Callum, ein junger Reporter, soll für einen Artikel an einer Seance teilnehmen. Obwohl er der Sache sehr skeptisch gegenübersteht, ist er von der düsteren Szenerie schnell fasziniert. Doch dann läuft die spititistische Sitzung aus dem Ruder, denn ein Geist in Form von Jack verstorbener Frau Dorothy taucht auf und prophezeiht ihm Schreckliches...

Bei den Geister-Schockern von Romantruhe Audio finden sich auch immer wieder sehr experimentelle Folgen, die die Grenzen des Genres weiter ausloten. „Der Fluch des Geistes“ ist hingegen eine eher klassische Geistergeschichte, die jedoch viele interessante Einfärbungen aufweisen kann und gleich zu Beginn ein hohes Tempo vorlegt. Denn nach einigen einleitenden Worten ist gleich die oben beschriebene Seance zu hören, die einen Knall an den Anfang setzt und die Weichen für eine hübsch unheimliche Stimmung stellt. Anfangs sträubt sich Jack noch gegen den Glauben an Geister, doch er wird immer weiter hineingezogen und nimmt den Hörer dabei mit. Immer wieder gibt es unheimliche Begegnungen und düstere Szenen, die Stimmung verdichtet sich dabei immer weiter. Zugegeben gibt es für den geübten Grusel-Hörer keine sonderlich großen Überraschungen, dennoch kann man sich voll in die Geschichte fallen lassen. Das Ende hingegen ist sehr geschickt gelöst präsentiert einen eindringlichen Höhepunkt, der nicht vollständig versöhnlich ist und den dunklen Anklang der Geschichte weiter fortsetzt – schön, dass nicht alles mit einem Happy End aufhören muss!

Christian Stark spricht als Jack Callum den Hauptcharakter, den er sehr souvarän umsetzt. Mit einer standfesten und gefühlsbetonten Stimme klingt er stetig sehr glaubhaft und zeichnet die Dramatik der Geschichte gekonnt nach. Dagmar Bittner ist als Dorothy zu hören, sie klingt sehr hart und boshaft, was durch eine gelungene Verzerrung ihrer Stimme noch unterstützt wird. Martin Sabel ist als Inspector Hobson ein wenig der Fixpunkt in der Handlung, den er sehr professionell und mit authentischem Ausdruck umsetzt. Weitere Sprecher sind Marc Schülert, Jürgen Thormann und Hildegard Meyer.

Auch die akustische Gestaltung macht hier einfach Spaß, sie trägt zum Gelingen des Hörspiels deutlich bei. Denn gerade die Geistererscheinungen sind sehr intensiv umgesetzt und werden durch zielvoll eingesetzte Effekte unterstrichen. Auch die Musik gefällt mir sehr gut, sie ist stimmungsvoll und bildet einen roten Faden durch die Handlung.

Eine grünlich leuchtende Frau mt boshaft lächelndem Gesicht und stechenden Augen auf der Motorhaube eines Autos, den Fahrer mit einer Hand würgend – auch wenn diese Szene nicht direkt in der Handlung vorkommt, passt sie sehr gut als Titelbild zu dieser Folge. Im Inneren gibt es wieder Informationen zu einigen Sprechern, dem Grafiker und zum zugehörigen Heftroman.

Fazit: Schnell baut sich hier eine düstere und bedrohliche Stimmung auf, die sich über die gesamte Laufzeit halten kann. Auch wenn nur wenige Wendungen in der Handlung vorhanden sind, ist eine spannende und abwechslungsreiche Folge entstanden, die auch mit ihrem ungewöhnlichen Ende überzeugen kann.

VÖ: 27.Mai 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-189-1


Geister-Schocker – 61. Der Satan aus der Gruft



Erster Eindruck: Düsteres aus Mexiko

Ignatia de Morocco wendet sich mit einer Bitte an ihren Freund Rod Dawson, denn ihre Schwester Antonia ist aus dem Schloss der Familie verschwunden. Gemeinsam machen sich die beiden auf die Spurensuche und treffen bald tatsächlich auf die junge Frau. Doch ist sie wirklich aus freiwilligen Stücken in dem Sanatorium, die sie von einer seltenen Hautkrankheit heilen soll?

Durch die in sich abgeschlossenen Geschichten präsentiert sich die Gruselserie „Geister-Schocker“ aus dem Hause Romantruhe Audio sehr variabel und experimentiert auch gern mal mit ungewöhnlichen Geschichten. Die Nummer 61 der Serie mit dem Titel „Der Satan aus der Gruft“ ist allerdings recht klassisch, sowohl was das Thema als auch was den Verlauf angeht. Die düstere Nachricht des Protagonisten aus seiner Todeszelle, die dem Hörspiel vorgeschaltet ist, stimmt dabei gelungen auf das Kommende ein, was auch durchaus unterhaltsam erzählt ist. Auch wenn schnell klar ist, was das Thema der Folge ist und in welche Richtung es sich entwickeln wird, sind einige spannende Momente eingebaut, das Tempo ist recht hoch und sorgt für Kurzweil. Allerdings treten auch einige Stolpersteine auf, die den Gesamteindruck trüben. So wirkt die Handlung an enigen Stellen konfus und unübersichtlich, sodass der Verlauf etwas anstrengend wirkt. Auch der spanische Einklang der Geschichte mag sich nicht harmonisch in das Gesamtkonzept einfügen und wirkt wie schmückendes Beiwerk, ohne die Geschichte wirklich zu bereichern – was insbesondere auch an der übertriebenen Verwendung des spanisches Akzentes liegt. Auch das Ende ist nicht sehr befriedigend, hier wird zwar der anfängliche Bericht aus der Todeszelle noch einmal gekonnt aufgegriffen, doch eine gezwungen und konstruiert wirkende Wendung macht eben diese sehr gelungene Stimmung zunichte. Schade, denn so kommen die vielen positiven Elemente des Hörspiel nicht wirklich zur Geltung.

Norman Matt hat mir als Hauptfigur Rod Dawson sehr gut gefallen, mit seiner tiefen und ausdrucksstarken Stimme kann er den mutigen Mann gekonnt in Szene setzen. Uschi Hugo, die ich wirklich sehr schätze, übertreibt den spanischen Akzent für meinen Geschmack viel zu sehr, sodass ich mit diesem Charakter nicht so recht warm geworden bin. Michal Pan liefert in der Rolle des Professor Mendoza wieder eine sehr saubere und glaubhafte Leistung ab. Weitere Sprecher sind Helmut Krauss, Sarah Riedel und Thomas Nero Wolff.

Die Musik von Michael Danner fügt sich unauffällig und harmonisch in die Handlung ein, der leise spanische Anklang sorgt für die richtige Stimmung, hätte aber durchaus noch eine Spur stärker in den Vordergrund gestellt werden können. Die Geräusche klingen lebendig und glaubhaft, sodass sie die Szenen gekonnt unterstreichen.

Das Cover ist recht klischeehaft anzusehen. Eine blasse, langhaarige Frau in schneeweißem Kleid, dazu ein düsterer Vampir mit schwarz-rotem Umhang, der sich unheilvoll um die beiden Gestalten legt, dazu ein düster, rot wabender Hintergrund – ansehnlich, aber wirklich in Einklang mit der Handlung kann ich das Titelbild nicht bringen.

Fazit: Die Geschichte wird mit hohem Tempo erzählt und ist durchaus reizvoll, doch die manchmal etwas konfuse Geschichte und die überzogene Verwendung des spanischen Akzentes stören des Hörfluss deutlich. So bleibt ein eher durchwachsener Eindruck des Hörspiels, gegenüber den Vorgängern fällt diese Folge etwas ab.

VÖ: 25.März 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-188-4


Geister-Schocker – 60. Hostile Area



Erster Eindruck: Von Vampiren, Computerspielen und Innereien

Für ein neues Virtual-Reality-Game wird eine handvoll Testspieler ausgewählt, die sich in einem abgelegenen Dorf einer riesigen Horde Vampire stellen muss. Neben den erfahrenen Gamern Amoxx und Litte Bit Crazy ist auch Sara mit dabei, die sich zunächst nicht in der fremden Umgebung zurechtfindet. Doch alle müssen zusammenhalten, denn schon bald tauchen die ersten Blutsauger auf...

Vom mittelalterlichen Schauermärchen bis hin zur modernen Gruselstory – Geister-Schocker setzt sich bei der Wahl der Zeit keine Grenzen. Mit „Hostile Area“ wird nun jedoch die bisher modernste Geschichte präsentiert. Die Protagonisten werden dabei als Avatare in ein Horror-Videospiel versetzt, das jedoch äußerst real und zeitgleich ziemlich skurril wirkt. Und genau hier liegt die große Stärke der Folge, die sich mit ihrem ungewöhnlichen Setting auf ganz neues Terrain begibt. Da gibt es vieles zu erkunden, wobei schon extrem viele Action- und Kampfszenen vorhanden sind, in denen reihenweise Vampire getötet – oder, um im Jargon der Protagonisten zu bleiben gekillt – werden müssen. Zwar steuert das Ganze auf einen Kampf gegen einen großen Endgegner entgegen, wie es in solcherlei Spielen üblich ist, doch die Handlung entwickelt sich dabei nur schrittweise weiter und lebt von der dichten und sehr brutalen Stimmung. Gewaltexzesse kommen dabei häufiger vor, sodass man bei den sehr detaillierten Beschreibungen schon einen starken Magen braucht. Und auch ansonsten geht es sehr hart zur Sache, manche Sprüche sind schon grenzwertig, passen aber gut in die Atmosphäre des Hörspiels. Die Zusammenstellung der Charaktere ist dabei äußerst gelungen, es zeigen sich einige Spannungen und starke Wesenszüge, die das Hörspiel bereichern. Das Ende ist sehr offen gehalten, dem Hörer werden nicht alle Zusammenhänge komplett offenbart, sodass man sich seinen eigenen Reim darauf machen muss – und auch, wie es mit den Protagonisten weitergeht ist nicht aufgeklärt. So ist „Hostile Area“ wohl eine Folge, die die Hörerschaft spalten wird, ich finde sie wegen ihrer grimmigen Ausstrahlung und der sehr ungewöhnlichen Geschichte äußerst gelungen.

Nicolai Tegeler ist als Amoxx in einer der Hauptrollen zu hören, mit seinem rauen Klang und dem dominanten Auftreten schafft er eine sehr starke Figur, die sich in der brutalen Welt zu behaupten weiß. Dagmar Bittner macht als „Litte Bit Crazy“ ihrem Namen alle Ehre, wirkt stets etwas entrückt, hat es an ein oder zwei Stellen jedoch etwas zu gut gemeint und ihre Rolle überspitzt. Vera Bunk ist als Sara Tuft zu hören, sie kann die anfängliche Verwirrung und spätere Stärke des Charakters gekonnt einfangen und ihre Wandlung glaubhaft betonen. Weitere Sprecher sind Tino Kießling, Peter Groeger und Lutz Harder.

Die Musik hat sich hier völlig der harten und gnadenlosen Atmosphäre des Hörspiels verschrieben und sorgt immer wieder für prägnante Momente. Genau richtig dosiert stärkt sie die Wirkung der Handlung. Die Geräusche sind hier sehr prägnant eingesetzt, fast schon etwas zu laut, und unterstreichen die gnadenlosen Kämpfe der Charaktere mit den Vampiren.

Das Cover stammt dieses mal aus der Feder von Ertugrul Edirne und in erdigen Farben coloriert, sodass der Western-Charakter der Geschichte unterstrichen wird. Auch die Charaktere sind im Cowboy-Look gezeichnet, wobei die Maschinenpistolen natürlich etwas herausstechen. Das Cover bietet neben Infos zu einigen Mitwirkenden und Fotos aus dem Tonstudio einen kleinen Patzer: Einer der Hauptsprecher ist leider nicht im Booklet aufgeführt.

Fazit: „Hostile Area“ unterscheidet sich deutlich von den Vorgängern aus diese Serie, ist deutlich härter und brutaler, entwickelt die Geschichte alles andere als subtil und stellt zahlreiche Gewaltszenen in den Mittelpunkt. Doch das spannende Ambiente und das offene Ende machen gerade dies so reizvoll und die Folge zu einer hörenswerten – sofern man nicht allzu zimperlich ist.

VÖ: 22.Januar 2016
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-136-5


Geister-Schocker – 59. Tagebuch des Grauens



Erster Eindruck: Rückkehr eines Albtraums

Als der Autor Lionel Roberts von seinem guten Freund Jonathan von einem geheimnisvollen Tagebuch erfährt, dass dieser auf dem Dachboden eines verstorbenen ungarischen Künstlers gefunden hat, ist er gleich Feuer und Flamme für das Thema. Um mehr zu erfahren sucht er selbst das alte Anwesen auf und trifft dort auf die charmante Linda. Beide verstehen sich auf Anhieb sehr gut – bis ein verzweifelter Hilferuf von Jonathan bei Lionel eingeht...

Es gibt Romanfiguren, die wohl fast jedem bekannt sind. Doch es gibt auch eine Reihe hinter diesen „Superstars“ der Literatur, die zumindest einem eingeweihten Kreis, Fans eines bestimmten Genres ein Begriff sind. Und genau um eine solche dreht sich vieles in der 59. Geister-Schocker-Folge, die nicht lange fackelt und recht schnell in die Handlung einsteigt. Der Mythos um die grausame Sagengestalt wird in einer gelungen erzählten Rückblende vorgestellt, zieht seine Kreise aber bis in die Gegenwart und eröffnet damit ein durchaus reizvolles Spiel mit Wahrheit und Illusion. Nur leider schleichen sich in diesem sehr ansprechenden Grundsatz auch einige Stolpersteine ein, die die Folge ins Stocken bringt. Einige Szenen verarbeiten viele Informationen in sehr kurzer Zeit, die so sehr gedrungen wirken und in ihrer Wirkung verkappt wurden. Das ist schade, weil hier sicherlich noch mehr Atmosphäre hätte herausgeholt werden können. Auch scheinen einige Momente nicht so recht in die Handlung zu passen, immer wieder muss sich der Hörer umgewöhnen, ich persönlich konnte mich deswegen nicht so recht in die Geschichte einfinden und die durchaus vorhandene Atmosphäre genießen.

Martin Kautz ist in der Hauptrolle des Lionel Roberts zu hören, er hat eine sehr dynamische Stimme, die er immer vorteilhaft einzusetzen weiß und so aus den Szenen viel herauskitzeln kann. Auch Anita Hopt hat mir an seiner Seite gut gefallen. Als Linda DuQuesne hinterlässt sie einen recht vielfältigen Eindruck, ist mal geheimnisvoll und düster, mal energetisch und kämpferisch, sodass viele Facetten glaubhaft herüberkommen. Robert Wolff ist als Jonathan eine sehr gute Wahl und kann die durchaus anspruchsvolle Rolle mit der krassen Wandlung sehr intensiv nachzeichnen. Weitere Sprecher sind Andrea Aust, Dorette Hugo und Tino Kießling.

Akustisch wurde auch diese Folge – wie schon die anderen Titel der Reihe – sehr solide und rund produziert. Der gut abgemischte Klang bietet wieder einige stimmungsvolle Melodien, die die Handlung in ihrer Wirkung unterstützen und sich gelungen an die verschiedenen Szenen anpassen. Insbesondere die Momente in der Vergangenheit und die Schlussszenen transportieren dabei eine sehr bedrohliche Grundstimmung.

Eine Vampirin, die von hochgeschlossener Kleidung anscheinend nicht allzu viel hält und mit leicht geöffneten Lippen ihre spitzen Zähne zeigt, wird von hinten von zwei blauen Händen zärtlich am Kopf gefasst, während der Hintergrund fast schon selbstverständlich einen vollen Mond und ein herrschaftliches Schloss offenbart – ein durchaus stimmungsvolles Cover, welches aber nicht unbedingt zur Handlung passt.

Fazit: Das Auftauchen der blutigen Sagengestalt ist zwar reizvoll und die Geschichte hat viele reizvolle Momente. Aber leider wirkt das Hörspiel in sich nicht ganz stimmig, denn einige wichtige Szenen werden zu schnell heruntergespult, und kommen nicht so recht zur Geltung. Solide erzählt und gut produziert konnte mich diese Folge leider nicht so sehr begeistern wie andere Episoden der Serie.

VÖ: 27. November 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-135-8


Geister-Schocker – 58. Der Fluch der Werwolfs



Erster Eindruck: Düstere Stimmung zur düsteren Jahreszeit

In den schottischen Highlands liegt ein Frauengefängnis, in dem auch die verurteilte Mörderin Molly einsitzt. Viele Legenden ranken sich um die ursprüngliche Gegend, sie berichten von seltsamen Mischwesen zwischen Mensch und Wolf. Als Molly nach einem missglückten Versuch ihres Anwalts, sie aus der Gefangenschaft zu befreien, aus der Anstalt flieht, merkt sie, wie viel Wahrheit hinter diesen Legenden steckt...

November 2015 hat Romantruhe Audio eine weitere Folge der Gruselreihe „Geister-Schocker“, die perfekt in diese düstere Jahreszeit passt und die Dunkelheit der schottischen Highlands greifbar macht – und das natürlich in einer dichten und spannenden Geschichte, die nicht nur mit ihrer unheimlichen Handlung punktet, sondern auch mit den sehr interessanten Beziehungen zwischen den Charakteren. Insbesondere das Verhältnis zwischen Molly und ihrem Anwalt Sean Farnon, der auch die Hauptfigur des Spektakels ist, wird in einigen Szenen genau beleuchtet und bietet unterhaltsame Konstellationen. Hauptthema ist jedoch – wie der Titel bereits dezent andeutet – der Kampf gegen den Werwolf, der die Gegend unsicher macht. Es ist sehr aufregend zu erkunden, wie hier alles zusammenhängt, der Mythos um das gefährliche Wesen wird eindringlich geschildert und enthält zahlreiche vielversprechende Aspekte, die den bekannten Mustern Neues hinzufügen. Packende, düstere Szenen reihen sich hierfür aneinander, die eine gelungene Dynamik zwischen Spannung und Information entwickeln und sie zu einem packenden Finale mit beachtenswertem Dreh führen.

Wie nicht anders zu erwarten ist auch hier die Auswahl der Sprecher sehr gut gelungen. Thomas Nero Wolf ist als Sean Farnon mit seiner tiefen, wohlklingenden Stimme eine sehr gute Wahl, mit der ihm eigenen Vehemenz kann er seine Szenen mit einer eingängigen Sprechweise ausstatten. Anita Hopt ist als Molly Imlach zu hören, Verzweiflung, Horror oder Leid sprechen aus jeder ihrer Silben und hinterlassen einen positiven Gesamteindruck. Erzähler Helgo Liebig sorgt mit seinem elanvollen Klang für kurzweilige zusätzliche Informationen und kann seine Texte ansprechend gestaltet. Weitere Sprecher sind Helmut Krauss, Lutz Schnell und Tino Kießling.

In einer spannungsgeladenen und abwechslungsreichen Hörspielfolge darf es auch schon mal etwas lauter werden, und genau das haben die Produzenten hier sehr gut hinbekommen. Nicht nur, dass die Musik die Dynamik der Handlung gut unterstützt und mal leise im Hintergrund, mal laut und drängend ist. Auch die Geräusche haben einen großen Anteil am Gelingen und sorgen für gelungene Szenenbilder oder gut eingestreute Schreckmomente.

Das Cover ist wieder einem alten Heftroman entnommen, passt aber nicht ganz zu der Handlung. Die Darstellung der verzweifelten, leicht bekleideten Frau, die von hinten von einem Wolfsmenschen angefallen wird, ist allerdings sehr stimmungsvoll. Im Inneren gibt es wieder einige Informationen über sechs der teilnehmenden Sprecher sowie den Zeichner des Covers. Ein Ausblick auf die nächste Folge darf dabei nicht fehlen.

Fazit: Der Werwolfmythos wird hier sehr gelungen variiert und um neue Facetten ergänzt, sodass man viel Neues zu entdecken hat. Eingehüllt ist eine spannende Geschichte, die auch interessante Beziehungen offenbart, ist so eine wirklich gelungene Folge entstanden. Besonders das packende Finale kann dabei überzeugen.

VÖ: 13.November 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-134-1


Geister-Schocker – 57. Cargyro, der Schreckensdämon



Erster Eindruck: Blutiges Treiben mit viel Action

Eigentlich ist der See idyllisch gelegen, doch was die beiden einsamen Camper an deren Ufer erleben, ist das wahre Grauen: Ein schrecklicher Dämon taucht aus dessen Tiefen an das Ufer und richtet ein wahres Blutbad an. Doch das Ungeheuer dürstet nach noch mehr Blut, sodass bald auch die Reporterin Susan Anderson in die Ereignisse hereingezogen wird...

Geister-Schocker, die Gruselserie von Romantruhe Audio, hat sich die große Freiheit genommen, immer wieder neue Settings für die Geschichten zu wählen – und so auch recht unterschiedliche Variationen des Gruselhörspiels zu präsentieren. „Cargyro, der Schreckensdämon“ ist beispielsweise ein blutiger Schocker, der fast schon klassisch den Kampf gegen einen scheinbar übermächtigen Dämon in den Mittelpunkt stellt. Das ist recht nostalgisch umgesetzt und erinnert positiv an entsprechende Hörspiele aus den 80er Jahren, viele spannende Szenen reihen sich in die temporeiche Handlung ein. Die dynamische Erzählung mit den vielen Szenenwechseln beleuchtet den Angriff von Cargyro aus verschiedenen Perspektiven, baut so langsam neben der Spannung auch ein recht umfangreiches Bild auf. Allerdings hat mir der gewisse Dreh, ein Pfiff oder eine Wendung am Ende gefehlt, die zahlreiche der vorigen Folgen auszeichnet. Auch kam bei mir kein wirklicher Grusel, kein Horror auf, sodass sich diese Folge wohl eher an Freunde actionbetonter Handlungen wendet.

Im Hörspiel ist eine wohltuende Mischung aus altbekannten Sprechern und neuen Stimmen vorhanden, alle Schauspieler wirken engagiert. Maja Maneiro hat mir als Susan Anderson beispielsweise sehr gut gefallen, sie legt viel Energie in ihre Stimme und kann so den Schrecken und die Panik der Reporterin glaubhaft darstellen. Auch der wunderbare Thomas Nero Wolff ist als Tom Goddard eine sehr gute Wahl, mit seiner tiefen, prägnanten Stimme liefert er erneut eine blitzsaubere Leistung ab. Erzähler Helgo Liebig nimmt sich in seinen Passagen eher zurück und setzt statt auf billige Effekthascherei auf einen präzisen und ausdrucksstarken Eindruck. Weitere Sprecher sind Lutz Schnell, Arne Stephan und Uschi Hugo.

Die akustische Gestaltung ist wieder sehr sauber gelungen, die schnellen Schnitte ergeben dennoch ein einheitliches und stimmungsvolles Ganzes. Dafür sorgt neben der atmosphärischen und auf die einzelnen Szenen abgestimmten Musik insbesondere der geschickte Einsatz unterschiedlicher Geräusche, die auch mal etwas heftiger und lauter ausfallen dürfen. So kommt der Schock-Effekt der Handlung noch besser zur Geltung.

Positiv zu bewerten ist hier mal wieder das Booklet, das zahlreiche Zusatzinformationen enthält. Neben Fotos und kurzen Biographien zu vielen mitwirkenden Sprechern sind dabei auch Hintergrundinfos zu Autor und dem Roman zu sehen. Auch das Motiv des Cover ist hier noch einmal in voller Schönheit zu sehen, das zwar mit der Handlung nicht wirklich in Einklang gebracht werden kann, aber dennoch stimmig daherkommt.

Fazit: Geister-Schocker gibt sich hier mal deutlich actionbetonter als in den vorigen Folgen, blutige Szenen und ein scheinbar unbezwingbares Monster stehen im Mittelpunkt und sorgen für viel Tempo. Das hält den Hörer unter Spannung und liefert ein packendes und dramatisches Ende. Der nostalgische Anklang der Folge ist unüberhörbar.

VÖ: 16.Oktober 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-133-4


Geister-Schocker – 56. Im Club der Satanstöchter



Erster Eindruck: Deine Frau, das unbekannte Objekt

Als Brad Halliday einige Tage früher als geplant von einer Geschäftsreise nach Hause kommt, um seine Frau zu überraschen, kann er diese bei einem offenbar satanischen Ritual beobachtet. Zutiefst schockiert wendet er sich an Dave Gordon, dessen Frau ebenfalls an der dämonischen Messe teilgenommen hat. Gemeinsam wollen sie herausfinden, was es mit der unheimlichen Szene auf sich hat...

Die eigene Frau eine Satanistin? Mit diesem Szenario spielt die 56. Folge der Geister-Schocker „Im Club der Satanstöchter“, der zunächst die Geschichte von Brad erzählt. Die ersten Szenen wirken dabei etwas holprig, denn die Monologe des Protagonisten wirken unbeholfen – vielleicht wäre hier doch der Einsatz eines externen Erzählers eine gute Idee gewesen. Doch mit der Kontaktaufnahme mit Dave ändert sich dies, und es entwickelt sich eine recht dynamische Geschichte, die sich zunächst auf die Nachforschungen der beiden Männer konzentriert. Dann ein krasser Bruch, neue Hauptfiguren – zwei Privatdetektive, die von den merkwürdigen Ereignissen erfahren haben - werden eingeführt und bekommen einen eigenen Handlungsstrang. Von nun an wird parallel berichtet, mal düster und bedrohlich, mal die Hintergründe aufdeckend, was eine sehr gelungene Kombination mit sich bringt. So wird die Geschichte deutlich aufgewertet, die insgesamt eher konventionell wirkt, aber durch die gelungene Erzählweise deutlich aufgewertet wird. Besonders das Ende ist dabei gelungen, flott und sehr spannend erzählt, mit einer gelungenen, wenn auch nicht ganz unerwarteten Wendung. Eine sehr solide und hörenswerte Folge der Reihe.

Jens Wendland ist als Brad Halliday zu hören, der Verwunderung, Schrecken und Entschlossenheit gleichermaßen glaubhaft umsetzt und so jede Szene passend wirken lassen kann. Merete Brettschneider spricht seine Frau Ruth, die die Wandlung von der zurückhaltenden und sanften Ehefrau zu einem mordlüsternen Biest sehr intensiv wirken lassen kann. Der wunderbare Helmut Krauss ist als Detektiv Mike Kodiak zu hören, auch diese Rolle setzt er professionell und mit viel Elan um. Weitere Sprecher sind Martin May, Martin Sabel und Jennifer Böttcher.

Das Team um Produzent Sebastian Pobot hat wieder eine sehr runde und gelungene atmosphärische Gestaltung geschaffen, in der die Handlung gut zur Wirkung kommen kann. Dabei fallen einige Schockmomente besonders auf, die die jeweiligen Szenen gekonnt unterstützen und so viel Dynamik mit einbringen. Musik und Geräusche spielen dabei gut miteinander und ergänzen sich gegenseitig gut.

Drei dunkelhaarige Frauen in roter Kleidung, die Arme in mystischen Posen erhoben, umgeben von einem lodernden Licht – das Cover ist passend gestaltet und ansehnlich. Im Inneren gibt es die Fotos von zahlreichen Mitwirkenden samt zugehöriger Kurzbiographie, und auch Informationen zum Coverdesigner, dem Heftroman und Ausschnitte aus dem Comicheft sind im Booklet zu finden – der obligatorische Ausblick auf die nächste Folge darf dabei natürlich nicht fehlen.

Fazit: Einige unheimliche Szenen und die dynamische Erzählweise ergänzen sich gut und sorgen für einen sehr flüssigen Verlauf, auch wenn die anfänglichen Szenen etwas holprig und die Handlung insgesamt nicht allzu überraschend daherkommen. Insgesamt ist so eine gelungene und runde Folge entstanden, die sich gut in das mittlerweile hohe Niveau der Reihe einordnet.

VÖ: 11.September 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-132-7


 

Geister-Schocker – 55. Das Werkzeug des Bösen



Erster Eindruck: Manischer Wissenschaftler und roter Nebel

Harold Perry, ein recht erfolgloser Wissenschaftler, kommt mit den Forschungen in seinem Privatlabor nicht voran. Da taucht plötzlich ein unheimlicher Unbekannter auf, der ihm ein Geschäft vorschlägt: Er verrät ihm eine Formel für eine chemische Substanz, die ihn reich, berühmt und erfolgreich machen wird. Als Gegenleistung will der Fremde lediglich die erste Flasche des Serums haben. Nach kurzem Zögern willigt Harold ein...

Mit „Das Werkzeug des Bösen“ hat Romantruhe-Audio mal wieder bewiesen, dass die Geister-Schocker, eine Gruselreihe mit jeweils in sich abgeschlossenen Episoden, sich nicht an ein vorgegebenes Schema hält. Gerade in den ersten Szenen, in denen das Geschehen lediglich von den beiden oben genannten Protagonisten bestimmt wird, trifft dies zu. Die langen Nächte im Labor und die unheimlichen Zusammentreffen mit dem Fremden strahlen eine sehr düstere Atmosphäre aus, auch wenn die zahlreichen Selbstgespräche von Harold ein wenig aufgesetzt wirken. Auch im weiteren Verlauf schleichen sich Aussagen ein, die unnatürlich wirken und besser durch einen neutralen Erzähler hätten übernommen werden können. Dennoch ist diese Folge sehr gelungen, denn das ungewöhnliche Setting und einige sehr interessante Wendungen sorgen trotz des bekannten Themas für einen sehr kurzweiligen Verlauf. Auch die Idee, die hinter dem Auftauchen des Dunklen steht, ist sehr gelungen und sorgt für sehr markante und stimmige Szenen. Es gefällt mit zudem, wie im Laufe der Handlung mehrere Hauptfiguren untergebracht werden. Eine runde und sehr hörenswerte Folge, in der lediglich einige Passagen sprachlich ungeschliffen wirken.

Harold Perry wird von Aart Veder gesprochen, der eine sehr gelungene Leistung abliefert. Die Manie des Wissenschaftlers setzt er ebenso gekonnt um wie den späteren Schrecken als er erfährt, was er mit seinem Handeln angerichtet hat. Wolfgang Rositzka ist als Inspector Coraner zu hören, sein energiegeladenes Auftreten und der glaubhafte Ausdruck in seiner Stimme sind sehr überzeugend. Am Besten gefallen hat mir allerdings Hans-Eckart Eckhardt als Unheimlicher, der sehr freundlich und galant, aber eben auch düster und bedrohlich wirkt - ein sehr interessanter und gelungener Auftritt. Weiterhin zu hören sind Dirk Hardegen, Rüdiger Schulzki und Manja Doering.

Im Gegensatz zu anderen Folgen ist diese Folge schon fast dezent umgesetzt, nur wenige Geräusche und Musik wird hier eingesetzt. Diese wirken dann aber sehr effektiv und können eine sehr dichte und eingängige Atmosphäre erzeugen, in der die düstere Stimmung im nächtlichen London sehr gut zur Geltung kommt. Der leichte Stimmverzerr-Effekt vom Unheimlichen tut ihr Übriges, um die Handlung gut wirken zu lassen.

In der Geschichte wird der Unheimliche als fast unkenntlich und gesichtslos beschrieben, auf dem Cover ist jedoch ein behaartes Monster mit Hörnern und hervorstehenden Zähnen zu sehen, das eher melancholisch als bedrohlich-düster wirkt. Im Inneren gibt es wieder Zusatzinfos zu zahlreichen Mitwirkenden, dazu wie immer ein gut zu lesender Text über eine fast vergessene Filmperle.

Fazit: Eine sehr stimmige Umsetzung des zugrunde liegenden Heftroman, die trotz einiger sprachlicher Merkwürdigkeiten sehr unterhaltsam und unheimlich geraten ist. Besonders die Figur des Fremden steht dabei prägnant im Mittelpunkt, während sich die Handlung immer weiter entwickelt.

VÖ: 10.Juli 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-131-0


Geister-Schocker – 54. Mit dem Grauen hart am Wind



Erster Eindruck: Maritime Gruselgeschichte

Zur Hochzeit hat Christopher Hadley ein ganz besonderes Geschenk für seine Gattin Evelyn parat: Ein eigenes Schiff nebst aufwändig geplanter Hochzeitsreise. Doch in die anfängliche Harmonie nisten sich bald erste Zweifel ein, als einer der angeheuerten Matrosen spurlos verschwindet. Noch ahnen die beiden Eheleute jedoch nicht, in welchen Schrecken sie gerade hineinfahren...

Seefahrergeschichte und Grusel – zwei Genres, die gut zusammenpassen und eine lange Tradition haben. Auch bei den Geister-Schockern von Romantruhe Audio wird in letzter Zeit gern auf diese Kombination zurückgegriffen, wofür Autor Andreas Masuth schon einige Geschichten beitragen durfte. Auch Folge 54 ist hier anzusiedeln, unterscheidet sich in Sachen Erzählweise aber deutlich von den übrigen Episoden der Reihe. Die anfangs recht romantische Szenerie wird schon früh durch erste unheimliche Anspielungen gestört, was sich im Laufe der Folge immer weiter steigert und zu einer eindringlichen Geistererscheinung heranwächst, die alles andere als klassisch zu bezeichnen ist. Viele ungewöhnliche Überraschungen warten hier auf den Hörer, uns besonders das Ende ist beeindruckend erzählt und unterscheidet sich deutlich von anderen Geschichten. Das ist sehr gelungen, zumal auch das maritime Thema gut integriert ist und der Handlung immer wieder Würze verleiht. Eine sehr starke Folge der Reihe, die hier mal wirklich überraschend daherkommt und eingetretene Pfade verlässt.

Nicolai Tegeler kann hier als Christopher Hadley eine sehr breite Palette von Stimmfarben anbieten und setzt die Rolle so authentisch und immer sehr präsent um. Vera Bunk ist als seine Frau Evelyn zu hören, ihre flüssige Sprechweise gestaltet die Szenen mit ihr sehr kurzweilig, auch die kann die Gefühle der Frau passend wiedergeben. Gut gefallen hat mir Dagmar Bittner, die ihrem Klang hier ganz unterschiedliche Facetten verleiht. Weitere Sprecher sind Werner Ziebig, Peter Weis und Peter Groeger.

Die Musik wurde eigens für diese Folge komponiert, wobei das Cello als prägendes Instrument ausgewählt wurde. Dies unterstützt die Handlung sehr gut und verstärkt die unheimliche Stimmung des Hörspiels deutlich. Auch der Einsatz von Geräuschen und Soundeffekten ist sehr eingängig und passend geschehen, überdeckt aber nie die Dialoge. Insgesamt eine sehr eindrucksvolle Produktion.

Das Cover stammt von Ertugrul Edirne, passt aber nur mäßig gut zu dem Hörspiel. Zwar wird das Seefahrer-Thema durch das Bullauge und den Blick auf den Hafen ebenso gut umgesetzt wie das Ehepaar Hadley, der rotäugige Vampir im Vordergrund irritiert dann aber deutlich. Wie immer bei der Serie gibt es einige gut zusammengestellte und informative Extras im umfangreichen Booklet.

Fazit: Schon zu Beginn sind einige unheimliche Komponenten eingebaut, die sich im Laufe der Zeit immer weiter steigern und zu einem ungewöhnlichen und sehr gelungenen Finale steigern. Auf dem Weg dorthin ist die Kombination aus Grusel, Seefahrergeschichte und einem Schuss Romantik der gelungen.

VÖ: 29.Mai 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-130-3


Geister-Schocker – Sonderedition: Gefangen im Spukschloss



Erster Eindruck: Allerlei Gruselgestalten

In einer Kutsche sind Faith van Helsing und ihr Großvater Abraham unterwegs nach Transsilvanien, um Faith' Schwester Melissa zu suchen. Diese ist nach einer Einladung des Grafen Dracula nicht wieder aufgetaucht. Doch die Kutsche wird von unheimlichen Wolfswesen angegriffen, nur mit knapper Not können die Insassen entkommen. Und auch Schloss Dracula scheint alles andere als sicher zu sein...

Als Sammelsurium unterschiedlicher Settings sorgt die Grusel-Reihe „Geister-Schocker“ von Romantruhe Audio immer wieder für Überraschungen. Auch die Sonderfolge, die im normalen Handel nicht einzeln erhältlich ist, ist ungewöhnlich und schlägt eine Parallele zur Serie „Faith -The van Helsing Chronicles“. Allerdings wird hier nicht der normalen Serienhandlung gefolgt, es werden vielmehr Figuren und Ideen genommen und mit einigen bekannten Gruselgeschichten in den Mixer geworfen: Die allseits bekannte Dracula-Geschichte wird ebenso aufgegriffen wie Frankensteins Monster und der Werwolf-Mythos – und es gibt noch weitere Anspielungen. Was dabei herauskommt ist erst einmal etwas ungewohnt, da jeweils nur einige Elemente übernommen werden, viele Dinge aber auch stark verändert wurden. Nach diesen Irritationen entwickelt sich aber eine durchaus gelungene und spannende Handlung, die dies alles gekonnt variiert und so neue Anreize schafft. Zahlreiche Actionszenen sorgen für Dynamik, sind aber vielleicht etwas überproportional eingesetzt. Die spannende Schlusssequenz ist dann sehr temporeich erzählt und kann mit seinen viele Verknüpfungen durchaus überzeugen. Insgesamt eine gelungene Folge mit einer ansprechenden Variation bekannter Themen, die neue Blicke auf eingefahrene Wege erlaubt. Diese Sonderfolge ist kann man entweder im Geister-Schocker Comic Nr. 11 finden, der Geister-Schocker Kennlernbox im Handeln kaufen oder Einzeln bei der Romantruhe erwerben.

Die wunderbare Nana Spier spricht – wie auch schon in der Originalserie – die Rolle der Faith von Helsing. Mit ihrem typischen, markanten Klang und der immer leicht brüchig wirkenden Stimme kann sie eine sehr breite Palette an Emotionen ausdrücken und besonders in den dramatischeren Szenen sehr präsent wirken. Ihr Großvater Abraham wird von Hörspielurgestein Jürgen Thormann gesprochen, der sich stimmlich gut mit Spier ergänzt und eine sehr gelungene Vorstellung abliefert. Als Dracula ist Lutz Riedel zu hören, der der bekannten Figur gelungene Facetten abgewinnt und ihn machtvoll und mit einem Hang zur Dramatik umsetzt. Weitere Sprecher sind Barbara Stoll, Marius Claren und Tatjana Auster.

Die akustische Umsetzung des Hörspiel habe ich als eher zwiespältig empfunden. Zwar wird meist eine durchaus passende Atmosphäre erzeugt, die durch stimmige Musik und gut eingesetzte Geräusche ihr Fundament bekommt. Manchmal jedoch wirkt das Ganze zu laut und zu hektisch, sodass man gerade in den Kampfsequenzen den Überblick verliert. Hier wäre etwas weniger doch mehr gewesen.

Beim Cover wurde sich hier an das einheitliche Design der Geister-Schocker-Serie gehalten, sodass wieder ein eher nostalgisch wirkendes Cover ausgewählt wurde. Ein Mann wird darauf von einem Schwarm Fledermäuse angegriffen, während im Hintergrund düster und machtvoll ein Schloss zu sehen ist. Im Inneren gibt es einige Informationen zur Produktion und zu mitwirkenden Sprechern.

Fazit: Die Verknüpfung zahlreicher Grusel-Klassiker ist anfangs ungewohnt, kann aber im Mittelteil eine durchaus spannende und atmosphärische Geschichte erzählen. Die teilweise hektisch wirkenden Szenen hätten dabei klarer wirken können. Das gelungene Finale endet in einem großen Showdown und schließt die Folge gekonnt ab.

VÖ: 27.Februat 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-160-0


Geister-Schocker – 53. Das blutige Zeichen der Hexe



Erster Eindruck: Langsamer Aufbau, dichte Stimmung

Als der junge Rechtsanwalt Peter Spencer seine Jugendliebe Helen bei einer Mordanklage vertritt, rechnet er seiner Mandantin gute Chancen aus und kann tatsächlich einen Freispruch erwirken. Doch der Tod ihres Mannes wirft immer noch viele Fragen auf und ist ungeklärt. Erst nach dem Verfahren findet Peter die Zeit, sich intensiv mit Helen auseinanderzusetzen, und dabei entdeckt er Unglaubliches...

Auf dem Hörspielmarkt sind Gruselserien, die in jeder Folge eine eigenständige Geschichte ohne wiederkehrende Charaktere erzählt, momentan stark vertreten. Romantruhe Audio hat mit ihren Geister-Schockern schon auf eine beachtliche Folgenanzahl gebracht, wofür der regelmäßige und eng getaktete Veröffentlichungsrhythmus Sorge trägt. Unter den Episoden tummeln sich zwar nicht nur Highlights, Folge 53 mit dem Titel „Das blutige Zeichen der Hexe“ ist allerdings eine sehr anständige Folge, die eine knackige und kurzweilige Handlung präsentiert. Der Einstieg in die unheimliche Geschichte ist zwar nicht sonderlich temporeich ausgefallen und baut sich eher langsam auf, kann aber dennoch mit der gelungenen Atmosphäre unterhalten. Auch der Mittelteil setzt eher auf eine packende Stimmung und den stets mitschwingenden Horror, der sich immer weiter steigern kann und Helen in den Mittelpunkt stellt. Die rätselhafte Frau wird dabei immer weiter durchleuchtet und ist zwar für den Zuhörer nicht allzu schwer zu durchschauen, dennoch ist der Weg bis zum großen Finale ein sehr kurzweiliger und stimmungsvoller. Die ganz großen Überraschungen mögen hier ausbleiben, solide erzählt und kurzweilig unterhaltsam ist die Folge aber allemal.

Marc Schülert spricht hier die männliche Hauptrolle des Peter Spencer und kann mit einer standfesten und angenehmen Stimme dem jungen Mann zahlreiche passende Emotionen entlocken, die er glaubhaft umsetzt. Marion von Stengel hat mir als Helen Wellwood wieder einmal sehr gut gefallen, ihr ungewöhnlicher und aussagekräftiger Klang passt bestens zu der mysteriösen Frau, die im Laufe der Zeit eine immer geheimnisvollere Aura ausstrahlt. Sabrina Heuer liefert als Linda Hillary eine sehr solide und unterhaltsame Leistung ab. Weitere Sprecher sind unter anderem Reent Reins, Patrick Bach und Hildegard Meier.

Die eigens für die Serie konzipierte Musik von Tom Steinbrecher und Alexander Schiborr ist auch hier wieder sehr gut an die Handlung angepasst und kann diese durchaus atmosphärisch und ausdrucksstark untermalen. Und auch die Geräusche sind passend eingefügt und dürfen hier auch ruhig mal etwas lauter sein, sodass eine dynamische und passende Untermalung des Ganzen entsteht.

Aus den bisherigen Veröffentlichungen sticht das Cover zu „Das blutige Zeichen der Hexe“ deutlich hervor, denn statt der bisherigen dunklen Farbgebung wurde hier ein rein weißer Hintergrund gewählt. Ein Totenschädel und das unschuldig wirkende Gesicht einer jungen Frau werden hierauf nur von einem blutigen Dolch getrennt. Im Inneren gibt es wieder zahlreiche und lesenswerte weitere Informationen, was ich noch einmal ausdrücklich loben möchte.

Fazit: Eine kurzweilige Folge, die sich insgesamt eher langsam aufbaut, aber eine intensive Stimmung aufzuweisen hat. Die eingebauten Rätsel sind für den Hörer zwar nicht sonderlich überraschend aufgelöst, dennoch wird dem Hexen-Thema hier eine sehr gelungene Facette hinzugefügt. Die guten Sprecher und die solide Produktion runden das Gesamtwerk ab.

VÖ: 17.April 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-129-7


Geister-Schocker – 52. Der See der stummen Schreie



Erster Eindruck: Klassische Geistergeschichte

Auf dem Heimweg führt das Navigationssystem den Autoren Gary Wade und den Agenten Robert Jenkins auf eine einsame Landstraße und ein einsames Haus am See. Sofort erwachen in Gary Erinnerungen an seine Kindheit, als seine Schwester in dem See ertrunken ist. Und auch die Einwohner der abgelegenen Gegend scheinen den See zu meiden...

Klassische Gruselunterhaltung hat sich Geister-Schocker auf die Fahne geschrieben, und genau das wird auch in Folge 52 geboten – mit dem wohl klassischten aller Themen für dieses Genre: Geister. Schon gleich zu Beginn wird mit den merkwürdigen Durchsagen des Navigationssystems eine geheimnisvolle Stimmung erzeugt, und gleichsam werden die Charaktere und ihre Beziehung zueinander genau beleuchtet. Der folgende Aufbau der Handlung geht recht langsam voran, ist aber alles andere als langweilig. Vielmehr werden mit der Zeit viele Details offenbart, die die Handlung konsequent weiterführen und immer interessanter werden lassen. Besonders das Auftauchen einer anderen Besucherin des Hauses bringt neuen Auftrieb. Der mysteriöse Grundtenor wird immer deutlicher herausgearbeitet und gipfelt in eindringlichen Szenen, die sehr gelungen eine machtvolle Spukgestalt in den Mittelpunkt rücken. Insgesamt bietet die Folge zwar keine wirklichen Innovationen, alles scheint es so oder so ähnlich schon einmal gegeben zu haben, aber alles ist sehr stimmig zusammengestellt und führt zu einer kurzweiligen und spannenden Handlung.

Lutz Harder ist in der Hauptrolle des Gary Wade zu hören, der eine überzeugende Leistung abliefert. Die Darstellung seiner Eindrücke und Emotionen wirkt sehr glaubhaft und authentisch, er lässt die Szenen gut auf den Hörer wirken und schafft eine gekonnte Atmosphäre. Ihm zur Seite steht der wunderbare Peter Groeger als sein Agent, der mit seiner sehr markanten Stimme und viel Nachdruck in der Betonung sehr überzeugen kann. Auch Vera Bunk ist als Kimberly Bolton gut besetzt und kann ihren Charakter gut in der düsteren Szenerie wirken lassen. Weitere Sprecher sind Dagmar Bittner und Tino Kießling.

Diese Folge wurde von Romantruhe Audio eher sparsam inszeniert und mit wenigen, aber wirkungsvollen Effekten versehen. Dazu gehören einige gelungene Hintergrundgeräusche, die die Szenerie intensiver machen, aber auch leichte Stimmverzerrungen, die sich gelungen in die Atmosphäre einpassen. Musik wird hier kaum eingesetzt, die Sprecher können auch so genügend düstere Stimmung erzeugen.

Auch auf dem Cover wird das Geisterthema und die Kulisse gelungen aufgegriffen. Das Haus und der See als Hintergrund in einer mondbeschienenen Nacht, während im Vordergrund eine offensichtlich willenlose Frau langsam auf die traurig schauenden Geistererscheinung über dem See zugeht. Das Booklet ist wieder mit reichlich zusätzlichen Informationen und Extras gespickt.

Fazit: Ein langsamer, aber konsequenter und spannender Aufbau ist prägend für diese klassische Geistergeschichte, die bekannte Themen gelungen variiert und eine drückende und geheimnisvolle Stimmung aufbauen kann. Besonders das Zusammenspiel der Charaktere kann positiv hervorgehoben werden, dies wirkt authentisch und nahbar.

VÖ: 27.Februar 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-128-0


Geister-Schocker – 51. Blutsbande



Erster Eindruck: Mehr von Malcolm Max

Die schwarzen Engel haben Charisma, die Verbündete von Malcolm Max, in ihre Gewalt gebracht. Der übersinnliche Ermittler reist umgehend nach Rom, um sie zu befreien und muss sich dort nicht nur mit den Dämoninnen herumschlagen, sondern auch mit der örtlichen Polizei. Doch langsam kommt er den tödlichen Wesen auf den Grund und entdeckt eine schreckliche Wahrheit...

Immer mal wieder widmet sich Romantruhe Audio in der Serie „Geister-Schocker“ Malcolm Max, die einzige wiederkehrende Figur in den ansonsten in sich abgeschlossenen Episoden. Nach der Jubiläumsfolge 50 geht es nun mit dem Ermittler weiter, der sich ein letztes mal mit den schwarzen Engeln herumschlagen muss – dieser Handlungsstrang ist schon in anderen Folgen aufgetaucht und wird nun hier gekonnt abgeschlossen. Davor steht aber noch eine abwechslungsreiche Geschichte, die mit einigen Stationen und etlichen dämonischen Gegnern aufwarten kann. Dabei hätten die Dialoge streckenweise etwas geschliffen, die Handlung etwas gestrafft werden können, doch das sind wirklich nur minimale Abstriche. Richtig gut gelungen ist dann die Auflösung des Ganzen, viele Überraschungen und eine krasse Wendung am Schluss, die Malcolm direkt betrifft, sind gekonnt platziert und ein sehr gelungener Abschluss für diese kurzweilige Folge, die statt auf Grusel eher auf den flüssigen Verlauf setzt.

Tanja Dohse ist als Charisma auch hier wieder eine sehr gute Wahl und lässt die ungewöhnliche Frau mit ihrer ausdrucksstarken Stimme sehr lebendig und greifbar wirken. Marion von Stengel ist als Contessa ebenso gelungen besetzt, ihr markanter Klang passt sehr gut zu der Figur und verleiht ihr die nötige Intensität. Sammy Berry spricht hier Signore Martelli und hinterlässt insgesamt einen positiven Eindruck. Weitere Sprecher sind Marie-Christin Natusch, Jenny Maria Meyer und Tom Steinbrecher.

Eben dieser ist gemeinsam mit Alexander Schiborr auch zuständig für die Musik, die gut an die einzelnen Szenen angepasst wurden und die vorherrschenden Stimmungen verstärken. Dabei wird auf eingängige Stücke gesetzt, durch die immer recht ähnlichen Klänge wird ein roter Faden durch die Handlung gezogen. Die vielfältig eingesetzten Sounds dürfen auch mal etwas lauter sein und unterstützen so besonders die actionbetonten Seiten.

Richtig gut gefällt mir das Cover, das von der sonst klassischen Zeichenweise abweicht und recht modern wirkt. Zu sehen ist das ernste Gesicht von Malcolm Max, links die ebenso ernste Charisma, während rechts einer der schwarzen Engel für unheimliche Stimmung sorgt. Beleuchtet von einem Vollmond ergibt sich eine schaurig-düsterer Eindruck. Das Booklet ist wieder sehr umfangreich und enthält zahlreiche Zusatzinformationen. Und als besonderes Extra gibt es auf einer zweiten CD eine weitere Produktion, die als Hörbuch umgesetzt wurde. Die fast 50-minütige, von Robert Missler gesprochene Geschichte ist auch sehr hörenswert.

Fazit: Die Rückkehr von Malcolm Max zu den Geister-Schockern kann mit einer starken Folge überzeugen, die leichte Schwächen mit einer unterhaltsamen Geschichte und einen sehr gut inszenierten Schluss zahlreiche positive Elemente zu bieten hat. Die actionbetonte Handlung um die schwarzen Engel ist zudem gut inszeniert und mit passenden Sprechern besetzt.

VÖ: 16.Januar 2015
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-127-3


Geisterschocker – 0. Gefangen in der Geisterwelt



Erster Eindruck: Schauriges aus dem finsteren Wald

Ein junges Paar verbringt einige Tage beim Camping in einem abgelegenen Waldstück. Doch schon nach der ersten Nacht wacht Bill allein im Zelt auf. Die ersten Minuten der Suche nach seiner Freundin Rachel bleiben ergebnislos, und so erinnert sich Bill an die Gespräche mit dem befreundeten Ehepaar Wilbur und Ann. Während Wilbur ihnen den Platz empfohlen hat, scheint Ann eine furchtbare Angst vor dem Ort zu haben...

Folge 0 – die erste Folge außerhalb der regulären Nummerierung – von Geisterschocker erschien pünktlich zu Halloween 2014. Die Handlung lässt sich in wenigen Sätzen zusammenfassen und basiert somit eher auf stimmigen Momenten als auf einer ausgeklügelten und komplexen Handlung. In der ersten Szene wird das Verschwinden von Rachel thematisiert, die daraufhin von Bill gesucht wird. Rückblenden auf die Gespräche mit Wilbur und Ann ergänzen die Handlung, in der sich Bill immer weiter in den Wald verirrt, grausige Entdeckungen macht und von Schreckgespenstern heimgesucht wird. Dabei gibt es etliche sehr gelungene Szenen, in denen sich die Stimmung verdichtet und die von einem übernatürlichen Flair durchzogen sind. Auch die Rückblenden fügen sich hier gut ein und geben Hinweise auf die Hintergründe, ohne zu viel zu verraten, sodass eine große Portion Mystik erhalten bleibt. Doch dazwischen schleichen sich immer wieder Passagen ein, die zu langatmig geraten sind und in denen die Geschichte ins Stocken kommt. Es erzeugt leider nicht die gewünschte Stimmung, wenn Bill minutenlang durch die Gegend irrt und laut Rachels Namen schreit. So bleibt leider nur ein mittelmäßiger Eindruck dieser Folge, die durchaus einige packende Szenen zu bieten hat.

Gerade einmal vier Sprecher sind hier zu hören, die dementsprechend alle wichtige und große Rollen haben. Im Mittelpunkt steht meist Robert Frank als Bill, der den aufkommenden Schrecken und Panik sehr gekonnt umsetzt und dabei stets standfest in seiner Rolle bleibt. Dagmar Bittners Stimme wird hier öfters verzerrt, doch auch durch ihre Vielfalt und den spukigen Unterton gelingen diese Szenen so gut. K. H. Körbel ist als Wilbur ebenso passend und kann gerade gegen Ende noch einmal für eine unheimliche Stimmung sorgen. Auch Marianne Bernhardt macht als Ann eine gute Figur und spielt die ängstliche Frau mit der notwendigen Energie.

Diese Geschichte zieht ihren Reiz zu großen Teilen aus der wunderbaren Atmosphäre, sodass hierauf besonders viel Wert gelegt wurde. Von Anfang an wird eine düstere und unheimliche Stimmung erzeugt, die sich immer weiter steigert und besonders durch zahlreiche Soundeffekte generiert wird. So entstehen wunderbar stimmungsvolle Momente, die wirklich gruselig wirken und durch passende Musikstücke ergänzt werden.

Das Cover erinnert wieder an ein altes Filmplakat und stammt von Cortellia. Er hat eine Puppe an einem Strick in den Mittelpunkt , umgeben von dem verzerrten und angsterfüllten Gesicht eines Mannes, einer weiß gekleideten Frau und dem Vollmond, der auf ein altes Gemäuer scheint. Im Inneren gibt es wieder zahlreiche zusätzliche Informationen zu Sprechern und weiteren Mitwirkenden.

Fazit: An zahlreichen Stellen wird eine düstere und sehr unheimliche Stimmung erzeugt, die jedoch von zu langatmigen Passagen unterbrochen werden. So verliert die an sich gute Folge immer wieder an Fahrt. Gegen Ende nimmt Dramatik und die Spannung noch einmal deutlich zu, wenn die Hintergründe weiter aufgedeckt, aber nicht vollständig aufgeklärt werden.

VÖ: 31.Oktober 2014
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-095-5


Geisterschocker – 50. Grabeskälte



Erster Eindruck: Grauenvolles aus der Forscherstation

Eine kleine Gruppe Forscher soll in einer verlassenen Station einige Experimente in der Antarktis durchführen. Doch schon wenige Stunden nach ihrer Ankunft verschwindet Jolie spurlos. Im ewigen Eis findet der Rest der Gruppe eine tiefe Spalte im Eis, in die Jolie gestürzt zu sein scheint. Der Abstieg ist beschwerlich, doch schließlich taucht die junge Frau wieder auf. Doch das ist erst der Anfang einer ganzen Kette von merkwürdigen Ereignissen...

Ein rundes Jubiläum feiert die Mystery-Serie „Geisterschocker“ mit „Grabeskälte“. Glatte 50 Folgen (plus einer Sonderfolge) sind bisher erschienen, und dafür wurde dem Hörspiel noch eine Bonus-DVD mit dem Grusel-Klassiker „Das Geheimnis des schreienden Schädels“ beigelegt, nebst einem Poster des Covers und einem ansehnlichen Pappschuber. Doch Das Kernstück ist natürlich das etwa 50-minütige Hörspiel, das eine unheimliche und spannende Geschichte präsentieren kann. Schon zu Beginn wird die Handlung ordentlich nach vorn getrieben, schon das Verschwinden von Jolie sorgt für unheimliche Stimmung. Von dort an mehren sich die merkwürdigen Vorkommnisse, und diese steigern sich immer weiter. Bald zeichnet sich ein etwas genaueres Bild der Situation, das immer weiter verfeinert wird und bald zu einem furiosen Finale ansetzt. Das Skript hätte stellenweise aber noch ausgereifter wirken können und wirkt gerade im Mittelteil etwas wirr, da zu viele Informationen in zu kurze Zeit gepackt wurden. Die vorherrschende bedrohliche Stimmung kann jedoch zu jeder Zeit überzeugen und macht diese Folge der Geisterschocker zu einer gelungenen, auch wenn sie dem Genre mit dem bereist bekannten Thema keine neuen Aspekte abgewinnen kann.

Lutz Harder ist als Evan Kershaw zu hören und kann seinen Charakter glaubwürdig darstellen und kann gerade in den dramatischeren Szenen punkten. Die markante Stimme von Thomas Petrou sticht hier deutlich heraus, er kann die Figur des Lance mit viel Energie aus Ausdruck versehen. Als Jolie ist Kellina Klein zu hören, auch sie kann eine überzeugende und passende Leistung abliefern. Weitere Sprecher sind Vera Bunk, Nicolai Tegeler und Michael Pink.

Wieder wurde mit der Musik von Alexander Schiborr und Tom Steinbrecher eine düstere Szenerie geschaffen, die der Handlung einen angemessenen Rahmen offenbart und die einzelnen Szenen gelungen auskleidet. Dazu tragen auch die wirkungsvoll platzierten Geräusche bei, die in die Dialoge eingebaut wurden und diese lebendiger und eingängiger gestalten.

Neben den oben bereits genannten Extras liegt zudem ein dickes Booklet bei, das einige Szenen aus dem Hörspiel als kleinen Comicstrip darstellt. Auch wenn das Cover für meinen Geschmack schon etwas zu viel von der Handlung verrät, ist es mit der blutigen und zerstörten Forscherstation, dem grauenvollem Monster und seinen Tentakeln sowie der eisigen Landschaft im Hintergrund durchaus stimmungsvoll gelungen.

Fazit: Von der ersten Minuten an wird eine temporeiche und spannende Geschichte erzählt, die ab und an zwar etwas zu schnell erzählt wurde, mit dem packenden und actionbetonten Finale aber dennoch überzeugen kann. Ein gelungenes Jubiläum, das der bisherigen Serie absolut gerecht wird.

VÖ: 21.November 2014
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-110-5


Geister-Schocker – 49. Piratenrache



Erster Eindruck: Schaurige Nächte vor der Küste

Ein lange versunkenes Schiffswrack vor der Küste der Orkneyinseln soll gehoben werden, doch schon bei einem Tauchgang verschwindet einer der Männer unter mysteriösen Umständen. Dafür gelangt das Logbuch des Kapitäns in den Besitz der Verantwortlichen, die daraus erfahren, dass es sich um den berüchtigten Schwarzen Arab, der zu Lebzeiten die Menschheit terrorisiert hat...

Durch in sich abgeschlossene Geschichten mit ständig neuen Charakteren und Schauplätzen haben die Macher der „Geister-Schocker“-Hörspielreihe große Freiheiten in der Themenwahl und schöpfen dies auch mit ganz unterschiedlichen Episoden voll aus. Folge 49 bedient beispielsweise das momentan sehr beliebte Piraten-Thema und verknüpft es mit einer Geistergeschichte. Die oben beschriebene Rahmenhandlung beginnt eher unspektakulär, doch schon weniger Momente nach dem Start kommen die ersten mysteriösen Umstände auf, sodass man schnell mitten in der Geschichte ist. Besonders gelungen sind dabei die Rückblenden zu den Lebzeiten des Schwarzen Ahab, die wunderbar stimmungsvoll umgesetzt wurden. Auch in der heutigen Zeit wird es später hübsch gruselig, besonders die nächtlichen Ankündigungen der Geistererscheinung und dessen machtvolles Auftreten können hier punkten. Doch manche Dialoge wirken etwas unsauber und unnatürlich, sodass gerade die Überleitungen holprig wirken. Manches mal werden hier Dinge als gegeben vorausgesetzt und nicht hinterfragt oder erklärt, beispielsweise das Zusammenkleben einiger Buchseiten, die sich später ganz einfach öffnen lassen, hier hätte man sicher auch eine elegantere Lösung finden können. Trotz dieser kleinen Stolpersteine ist eine gelungene, weil sehr stimmungsvolle Gruselgeschichte gelungen, die mit einigen starken Szenen überzeugen kann.

Auch die Sprecher haben mir sehr gut gefallen. Während die Hauptsprecher dieser Folge, Rüdiger Schulski, Tanja Dohse und Patrick Bach, eine sehr solide und gelungene Leistung abliefern, sind es besonders die bösen Diener der Hölle, die für die passende Stimmung sorgen. Reent Reins, der auch die Regie geführt hat, ist für die Rolle des Kapitän Ahab Mortenson bestens geeignet und spricht mit einer sehr betonten, bösartigen Stimme. Hildegard Meier spricht seine greise Begleiterin Galvra und sorgt mit kratzigem, ausdrucksstarken Klang für jede Menge Gruselstimmung. Timon von Wollf hallende Stimme setzt den Asmodeus in seinen wenigen Auftritten sehr eindringlich um und lässt ihn lange im Gedächtnis nachhallen.

Die Geschichte ist recht stimmungsvoll und steigert sich zu einem sehr gruseligen Finale, und genau dies wird durch die akustische Umsetzung sehr gut nachgezeichnet. Passende, dräuende Musikstücke, die gern auch während der Dialoge die Atmosphäre entscheidend beeinflussen, dazu eine Vielzahl von eindrucksvollen und teilweise recht lauten Sounds. Zusammen mit den guten Sprechern ergibt dies eine sehr rundes und passendes Gesamtbild.

Schön, dass sich Romantruhe bei der Gestaltung des Booklets so viel Mühe gibt, eine Tradition, die mittlerweile eher die Ausnahme ist. Fotos und Informationen zu einigen Sprechern, dem Autor und dem Illustrator, eine weitere Episode der „Vergessenen Filmperlen“ sowie ein kleiner Text zur Entstehungsgeschichte sind vorhanden, sodass man auch einige Minuten „schmökern“ kann. Als weiteres Extra findet sich auf der CD noch eine etwa siebenminütige Kurzgeschichte, die als Lesung von Hildegard Meier eingesprochen wurde.

Fazit: Die Zeitsprünge in die Vergangenheit sorgen für Dynamik, einige wunderbare Figuren für den Gruselfaktor, eine gut geschriebene Handlung für die Spannung. Zwar sind einige Dialoge nicht allzu gelungen, doch insgesamt ist eine sehr hörenswerte und stimmige Folge entstanden.

VÖ: 19.September 2014
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-051-1


Geister-Schocker – 48. Der Tyrann aus der Tiefe



Erster Eindruck: Schrecken auf kleiner Nordseeinsel

Amrum, Mitte der 20er Jahre: Ein toter Seemann wird an Land der kleinen Nordseeinsel angespült, nichts deutet auf seine Identität hin. Er wird auf einem Friedhof bestattet, auf dem namenlose Leichen begraben werden, die Goldmünzen, die er bei sich trug, werden von den Findern an sich genommen. Doch von dort an haben die Bewohner keine ruhige Minute mehr, denn ein machtvolles Wesen versetzt sie in Angst und Schrecken...

Die Vertonung von Gruselromanen läuft bei Romantruhe Audio erfolgreich unter dem Namen „Geister-Schocker“. Das Setting von Nummer 48 „Der Tyrann aus der Tiefe“ ist sehr gelungen: Während bei vielen anderen Geschichten immer wieder ähnliche Schauplätze vorkommen, sorgt die Verlegung de Handlung auf die kleine Insel Amrum für Abwechslung und einen ganz anderen Ausdruck, die Nähe zum Meer und ein leichter Hauch von Seefahrermelancholie sind dabei stets zu spüren und fließen gekonnt mit ein. Und auch die Handlung an sich ist gelungen, schon der Start hat mit dem Fund des Leichnams einen interessanten Reizpunkt, von dem aus sich die Geschichte nicht rasant, aber stetig weiterentwickelt. Bald kommen die ersten übernatürlichen Ereignisse vor, die sich immer weiter steigern und in einem wahren Inferno enden, dass den Hörer völlig vereinnahmt – und neben allem Grusel und aller Atmosphäre auch eine tragische Liebesgeschichte erzählt. Das Ende ist hervorragend gewählt und ist ebenfalls nicht gerade typisch für das Genre – vielleicht ist es deshalb so überzeugend. Für mich eine sehr starke Folge der Serie, bei der die Macher alles richtig gemacht haben und Fans des Genres neues Futter bietet.

In dieser Folge wird in den Hauptrollen statt auf die bekannten Top-Stimmen eher auf unverbrauchte Sprecher gesetzt, diese sind allerdings sehr engagiert und machen so fehlende Erfahrung wieder wett. Gut gefallen hat mir Nicolai Tegeler als Hark, dessen eingängige Stimme mit dem leichten, glaubhaften Dialekt die Geschichte zum Tragen bringt und die Gefühle des jungen Mannes gekonnt darstellt. Auch Lena Taege ist als Beeke eine hervorragende Wahl, von ihrer sanften und doch kraftvollen Stimme würde ich gern mehr hören, besonders das Grauen gegen Ende kann die packend umsetzen. Mit Peter Groeger als Pfarrer, Christian Rode als Klaas und Bernd Vollbrecht als Kristensen den Newcomern dann doch noch einige bekannte Stimmen zur Seite gestellt.

Mit zahlreichen Geräuschen wird hier die Nähe zur Nordsee greifbar gemacht, stetig begleiten sie die Dialoge und sorgen damit für eine dichte atmosphärische Gestaltung. Hinzu kommt, dass auch die Musik sehr atmosphärisch gehalten wurde und besonders im letzten Drittel der Folge die Dramatik und die Brisanz der Geschichte unterstützt.So entsteht eine sehr hörenswerte und gut abgestimmte Atmosphäre.

Ein riesiger Tintenfisch ist auf dem Cover zu sehen, das unter der Wasseroberfläche sitzt und ein Boot angreift, versucht, es nach unten zu ziehen. Der mit schwarzen Wolken verhangene Himmel und die türkisfarbene See bilden einen ansehnlichen Kontrast. Die nostalgische Look, der an die alten Groschenromane erinnert, ist ja schon typisch für die Serie. Ein gelungenes Cover – das nur leider nicht ganz das Thema der Folge trifft.

Fazit: Das gelungene Setting wird durch die sehr gute atmosphärische Gestaltung unterstützt und bringt eine ganz andere Stimmung in die Serie. Zudem ist die Geschichte nicht nur flüssig erzählt, sondern enthält auch genügend eigenständige Elemente und Spannungsmomente, sodass eine rundum gelungene Folge der Serie entstanden ist.

VÖ: Juli 2014
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86437-050-4


Geister-Schocker – 47. Der Zirkel des Todes



Erster Eindruck: Übersinnliches Detektivgespann

Einige Jahre, nachdem Jack The Ripper die berühmten Morde begangen hat, scheint er wieder zurückgekehrt zu sein. Wieder wurden grausame Morde begangen, die Opfer verstümmelt zurückgelassen. Sir Backet, ein übersinnlicher Ermittler, wird vom ermittelnden Inspector Featherline hinzugezogen. Doch dieser stellt schnell einige entscheidende Unterschiede fest, seine Vermutungen laufen in eine ganz andere Richtung…

Geister-Schocker, die Horror-Grusel-Serie von Romantruhe Audio, erzählt in sich abgeschlossene Geschichten mit ganz unterschiedlichen Charakteren und Voraussetzungen. Meist kommen dabei „klassische“ Horror-Hörspiele dabei heraus, doch was in der 47. Folge der Serie abgeliefert wird, geht in eine andere, sehr ansprechende Richtung. Hier steht ein Detektivgespann im Vordergrund, das stark an Sherlock Holmes erinnert: Sir Backet als Hauptfigur, der mit seinem Spürsinn und seiner Kombinationsgabe den kniffeligen Fall löst, von seinem Kumpanen Frederic Becket begleitet wird und der Polizei in Form von Inspector Featherline zur Seite steht. Dies wird in einer unheimlichen Umgebung eigegliedert und mit übernatürlichen Phänomenen versehen, sodass ein ganz neuer Ausdruck entsteht. Anfangs sind es die grausamen Morde, die für einen sehr intensiven Start sorgen, später wahrlich unheimliche und gruselige Szenen, die sehr einprägsam erzählt werden. Dabei kommen immer mehr Informationen ans Licht, sodass die Stimmung immer wieder umgekehrt wird, anfängliche Vermutungen werden wiederlegt, Theorien verworfen, sodass am Ende ein überraschendes und unerwartetes Ergebnis stehen bleibt. Diese sehr gelungene Erzählweise, die Elemente aus verschiedenen Genres miteinander verknüpft, gepaart mit vielen sehr starken Szenen und prägnanten Charakteren lassen diese Folge zu einer sehr, sehr starken werden. Gegen Ende wird angedeutet, dass weitere Geschichten von Sir Becket folgen könnten – wenn diese ähnlich stark sind wie diese hier, ist dies sehr wünschenswert! Ein Hörspiel, das mich vollends überzeugt hat.

Rainer Gerlach steht als Sir Becket im Vordergrund, er übernimmt neben seinen Dialogen auch die Erzählteile und prägt das Hörspiel somit entscheidend. Er setzt seine sehr ausdrucksstarke Stimme gekonnt ein, um Spannungsbögen zu erzeugen und einen sehr präsent wirkenden Charakter zu schaffen, dem man gern zuhört. Dascha Lehmanns unverkennbarer Klang passt wunderbar zu der Nebenrolle der Madame Lear, sie kann eine einzigartige Wirkung schaffen und die unheimliche Atmosphäre dieser Produktion unterstützen. Einzig Martin Kautz hat mir als Frederic Bouvier nicht so gut gefallen, seine Sprechweise wirkte zu überzogen, teilweise fast schon karikiert und wollte damit nicht in das Ambiente der Geschichte passen. Weitere Sprecher sind Reinhard Kuhnert, Anita Hopt und Daniela Hoffmann.

Die Musik stammt mal wieder von Tom Steinbrecher, dessen Melodien sehr gut an den Fall angepasst sind. Sie wirken nicht zu übertrieben oder aufgesetzt, sondern vermitteln eine stimmungsvolle und eindringliche Grusel-Atmosphäre. Hierdurch werden besonders spannende Szenen geschickt betont, während auch immer wieder Geräusche eingebaut wirken, sodass die Handlung authentisch unterstützt wird.

Das Cover erinnert wieder an Heftromanserien und passt somit sehr gut in die bisherige Covergalerie. Zu sehen ist ein unheimlicher, fast schon blauhäutiger Mann, der mit irrem Gesichtsausdruck, einem hohen Zylinder auf dem Kopf und einem langen, blitzenden Messer in der Hand eine junge, vor Panik schreiende Frau an der Schulter fasst. Der nebelverhangene Hintergrund deutet die berühmte Londoner Tower-Bridge an.

Fazit: Die Idee, eine Detektivgeschichte mit Horror- und Gruselelementen zu kombinieren, ist zwar nicht ganz neu, hier aber sehr stimmig und eigenständig umgesetzt worden. Die Geschichte ist wunderbar erzählt und hat tolle Spannungsmomente, aber auch prägnante Charaktere und ein gelungenes Ambiente. Bisher eine der besten Folgen der Reihe.

VÖ: 25.April 2014
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-049-8


Geister-Schocker – 46. Die Schleier der Nacht



Erster Eindruck: Unheimliches im alten Anwesen

Sascha, ein junger und lebhafter Mann, taucht ein in das Nachtleben und begegnet dort Nadja, die ihn mit ihrer kühlen Schönheit sofort fasziniert. Und tatsächlich scheint auch Nadja von ihm angetan zu sein, sodass die beiden beschließen, die Nacht gemeinsam in Nadjas Haus zu verbringen. Doch schon auf den ersten Blick ist das alte Anwesen, das Nadjas Großmutter gehört, Sascha nicht ganz geheuer…

„Geister-Schocker“, die Gruselserie von Romantruhe Audio, scheint sich auf dem Hörspielmarkt festgesetzt zu haben, mittlerweile gibt es schon über 40 Folgen, und in erfreulicher Regelmäßigkeit kommen neue Folgen hinzu. Jedes Mal gibt es neue Schauplätze, neue Charaktere, neue übernatürliche Elemente. Und so kann man auch der 46. Folge mit dem Titel „Die Schleier der Nacht“ nicht unbedingt Innovation attestieren, zu bekannt wirken die unheimlichen Vorgänger in dem – natürlich – alten und düsteren Gemäuer auf den Hörer. Aber dafür gibt es einen hübschen Spannungsbogen, der nicht gleich offenlegt, was der Kern der Handlung ist, sondern noch ein wenig mit dem Hörer spielt und ihn im Unklaren lässt. Und auch die Stimmung dieser Folge ist unheimlich, düster und rätselhaft. Allerdings hat diese Folge auch einen Schwachpunkt, und das ist der hohe Erzähleranteil. Zwar berichtet Hauptfigur Sascha aus seiner Perspektive und kann damit auch seine Gefühlswelt mit einbringen, insgesamt wirkt die Handlung dadurch aber zu starr. Besonders der Anfang im Club und das Zusammentreffen mit Nadja können nicht mitreißen oder begeistern. Auch eine Handlung Saschas, die völlig irrational scheint und für die es auch keine wirkliche Erklärung gibt, wirkt etwas fehl am Platze. Insgesamt kann dies aber durch die dichte Atmosphäre und den gelungenen Spannungsbogen ausgeglichen werden, sodass eine durchaus hörenswerte Folge der Serie entstanden ist.

In Sachen Sprecher hat das Produzententeam eine sehr gute Wahl getroffen und zu jeder Figur die passende Stimme gefunden. Als Sascha ist Marc Schülert zu hören, der einen sehr intensiven Eindruck des jungen Mannes vermitteln kann, von der anfänglichen Leichtigkeit bis hin zum absoluten Grauen. Sehr gut gefallen hat mir Sabrina Heuer als Nadja. Sie klingt sehr geheimnisvoll, mystisch und kann auch immer wieder für kleine Überraschungsmomente sorgen. Auch Dagmer Bittner kann in der vergleichsweise kleinen Rolle der Christin einen positiven Eindruck hinterlassen. Weitere Sprecher sind Sonita Sohdi, Hennes Bender und Franziska Kuropka.

Sowohl für die Regie als auch für Musik und Effekte ist hier der multitalentierte Tom Steinbrecher verantwortlich, der wieder ein gelungenes und stimmiges Gesamtwerk präsentiert. Dabei sind leise, dräuende Geräusche im Hintergrund das vorrangige Stilmittel, um die dichte Atmosphäre zu erzeugen. Doch auch kleine Musikstücke sind in den Szenenübergängen immer wieder zu hören, um diese sanfter zu gestalten und die Stimmung noch zu steigern.

Ein bleiches Gesicht ist das Motiv zu dieser Folge. Vom silbrigen Mondlicht beschienen ist es noch halb in der Erde eingegraben, ein Grabstein und ein Friedhof samt Kreuze und Krypta im Hintergrund verstärken den sehr unheimlichen und beängstigenden Eindruck, von dem durch den Schriftzug in hellen und leuchtenden Farben leicht abgelenkt wird. Im Booklet gibt es noch Infos zu einigen Sprechern und kleine Produktionsnotizen von Tom Steinbrecher, die nett zu lesen sind.

Fazit: Die Themenwahl ist nicht gerade innovativ, aber gut neu zusammengemixt worden. Dabei steht eine unheimliche und dichte Spannung im Vordergrund, besonders das alte Anwesen mit seinem verwachsenen Garten und den vielen Details wird sehr gut beschrieben. Nur der sehr hohe Erzähleranteil bremst die Handlung etwas aus.

VÖ: 21.Februar 2014
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-048-1


Geister-Schocker – 45. Stimmen aus dem Jenseits



Erster Eindruck: Bedrückende Stimmung im Geisterhaus

Nacht für Nacht erhält Dana unheimliche Anrufe, doch die Nachforschungen führen zu einem längst stillgelegten Anschluss. Zusammen mit ihrem Ex-Mann Ray und dem befreundeten Paar Peter und Janine fährt sie zu dem abgelegenen Haus, um der Sache auf den Grund zu gehen. Vorerst können sie in dem alten Gebäude nichts herausfinden, doch je später die Nacht vorrückt, desto schrecklicher werden die Erlebnisse…

Das Konzept der Romantruhe Audio-Hörspielreihe „Geister-Schocker“ erlaubt eine große Bandbreite an verschiedenen Stimmungen und Situationen. Die in sich abgeschlossenen Geschichten sind mal actionbetont, mal spannend, mal trashig und mal richtig gruselig – die 45. Folge der Reihe gehört eindeutig in die letzte Kategorie. Dabei folgt sie einem fast schon als klassisch zu titulierenden Grundgedanken und versetzt zwei Paare in ein abgelegenes Spukhaus. Innovation darf man hier zwar nicht erwarten, bekommt dabei eine sehr runde, flüssige und kurzweilige Handlung präsentiert. Schon der Anfang erzeugt mit der sehr genauen Beschreibung des alten Hauses einen Hauch unheimliche Stimmung, der sich immer weiter ausweitet und zu einem wahren Orkan anwächst. Immer weitere Elemente fügen sich ein, immer weiter schreitet die Handlung hinfort, bis sie in einer sehr gruseligen Szene mit einem alten Tonbandgerät ihren ersten Höhepunkt findet und von diesem Zeitpunkt an nicht mehr abreißt. Vielmehr steigert sich die Spannung und die Dramatik immer weiter, entlädt sich in einem spektakulären Finale. Besonders gelungen sind die kleinen, versteckten Andeutungen auf den Ausgang des Hörspiels, die immer wieder dezent eingebaut sind und erst im Laufe der Zeit ihren Sinn offenbaren. Ein wirklich rundum gelungenes Hörspiel, das gute 50 Minuten gruselige Unterhaltung bietet.

Auch die Auswahl der Sprecher ist gelungen, in den Hauptrollen sind vier Sprecher zu hören, die trotz ihres großen Talents noch nicht allzu häufig in Hörspielen zu hören waren. Nicolai Tegeler spricht den wagemutigen und charakterstarken Peter mit viel Kraft und Energie in seiner markanten Stimme. Vera Bunk ist als Janine zu hören, die die aufkommende Panik der jungen Frau lebhaft umsetzen kann. Tino Kießling ist als Ray zu hören, auch er kann mit einer einprägsamen Stimme für genügend Aufmerksamkeit sorgen und seinen Charakter gut gestalten. Als Dana ist Annekathrin Munz zu hören, die ein facettenreichen Spiel präsentieren kann. In einer Nebenrolle ist noch der wunderbare Christian Rode zu hören.

Das Produktionsteam von Romantruge Audio um Regisseur Gerd Naumann hat die gruselige Geschichte sehr gut in Szene gesetzt und lässt sie durch verschiedene Stilmittel sehr gut wirken. Dazu gehören natürlich auch einige schaurige Melodien, der Fokus liegt jedoch auf zahlreichen Geräuschen und vielen gelungenen Effekten. Besonders die oben erwähnte Szene mit dem Tonband und natürlich das große Finale sind sehr eindringlich in Szene gesetzt worden.

Auf dem Cover steht das geisterhafte, weiße Gesicht im Vordergrund, das bei einer Seance beschworen wird. Leider passt das Bild nicht so recht zum Hörspiel, da fünf ältere Herrschaften statt vier junger Menschen zu sehen sind. Das recht dicke Booklet hat viel Lob verdient und enthält neben vielen Fotos der Mitwirkenden und der Tonaufnahmen auch noch Kurzbiographien, ein doppelseitiges Grußwort sowie einen Rückblick auf einen alten Gruselfilm.

Fazit: Das bekannte Gruselhausthema wird hier in einer gelungenen Variation präsentiert und entfaltet recht schnell am Anfang seinen Reiz. Entstanden ist ein flüssiges Hörspiel, das mit glaubhaften Charakteren und einer spannenden Handlung überzeugen kann. Einige gruslige Szenen sorgen für den passenden Horror-Faktor und lassen den Hörer mit den Protagonisten mitfiebern. Sehr gelungen.

VÖ: 8.November 2013
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86437-045-047-4


Geister-Schocker – 44. Der Geist vom Kölner Dom



Erster Eindruck: Neues von Christoph Schwarz

Der Geisterjäher Christoph Schwarz ist nach den Ereignissen um den Nibelungenschatz und dem Tod seiner Freundin etwas zur Ruhe gekommen. Zusammen mit Conny Blank als seiner neuen Partnerin übernimmt er einen Fall im Kölner Dom, der vom Domkapitel selbst beauftragt wurde. Ein Geist scheint das gotische Gemäuer unsicher zu machen und versetzt Besucher und Mitarbeiter gleichsam in Angst und Schrecken. Die Spur führt Schwarz weit zurück in die Vergangenheit…

Nach einer eigenen Serie werden die Abenteuer von Christoph Schwarz in loser Folge bei der Romantruhe Audio-Hörspielserie weitererzählt, auch die 44. Folge handelt vom Geisterjäger. Gut, wenn man einige Vorkenntnisse aus der letzten Episode hat, denn oft wird darauf angespielt, besonders am Anfang ist es hilfreich, zumindest die Grundbedingungen und die verschiedenen Personen zu kennen. Allerdings lässt sich die Handlung auch ohne dies gut verstehen, da dem unwissenden Hörer ein guter Einstieg geboten wird. Die anfänglichen Szenen drehen sich viel um die persönliche Weiterentwicklung von Christoph Schwarz, der Start in die eigentliche Handlung wird dann ebenfalls eher langsam vollzogen. Stimmig fügt sich die Geschichte um den furchteinflößenden Geist dann ein und nimmt immer mehr Raum ein, überdeckt die Rahmenhandlung. Dieser Teil ist insgesamt recht ruhig geraten und wird eher durch Ermittlungen denn durch Action geprägt, einige stimmungsvolle Szenen sind dann aber doch gehalten – inklusive einer Reise in die Vergangenheit, die es in sich hat. Immer weiter klärt sich das Rätsel um den Geist auf, bis zu einem spannenden Finale, das ein paar gelungene Überraschungen bietet. Der interessante erste Teil sowie der spannende Fall des spukenden Geistes fügen sich gut zusammen und sind flüssig und kurzweilig erzählt. Mir gefällt, dass hier nicht mit einem großen Spektakel oder viel Pathos gearbeitet wirkt, sondern eine ruhige Erzählweise mit einer atmosphärischen Handlung gewählt wurde.

Sascha Rotermund ist in der Hauptrolle des Christoph Schwarz zu hören, hier arbeitet er die große Palette an verschiedenen Situationen routiniert und sicher ab, kann den cleveren Mann mit viel Elan und Durchsetzungsvermögen darstellen. Seine neue Partnerin Conny Blank bekommt ihre Stimme von Karin Schulz-Vobach, deren Klang recht variabel ist und die hier eine gekonnte Darstellung abliefern kann. Sie ergänzt Rotermund sehr gut, sie spielen sich gegenseitig die Bälle zu. Till Hagen spricht Pfarrer Zahm, seine markante Stimme passt auch in diese Rolle sehr gut. Weitere Sprecher sind unter anderem Marie Bierstedt, Petra Mott und Henry König.

Eine ordentliche Leistung hat das Produktionsteam bei der Gestaltung von Musik und Geräuschen vollbracht. Die eingebauten Melodien unterstützen die atmosphärische Wirkung der Handlung und sind passend eingebaut, laufen als Begleitwerk mit und bleiben meist im Hintergrund. Verschiedene Geräusche und Effekte sorgen für einen glaubhafteren Klang, wobei die Halleffekte im Dom durchaus noch etwas stärker hätten ausfallen können, um deren unheimliche Wirkung zu steigern.

Das Cover wurde gut in Szene gesetzt, zu sehen ist aus der Froschperspektive der Kölner Dom, der sich majestätisch in den Himmel reckt. Das verzerrte und durchscheinende Gesicht eines Geistes zeichnet sich davor deutlich ab, während ein Mann vor ihm erschrickt und im Fallen den Arm ausstreckt. Das Booklet ist mit einigen zusätzlichen Informationen angereichert worden. Als besonderer Bonus liegt jedoch eine zweite CD mit einer komplett neuen Geschichte bei, die von Karin Schulz-Vobach als Hörbuch erzählt.

Fazit: Christoph Schwarz ist hier in einer rundum stimmigen und flüssig erzählten Geschichte zu hören. Nach der Einleitung um das Privat- und Berufsleben des Geisterjägers geht es mit einer ruhigen, aber atmosphärischen Handlung weiter, die besonders durch ihr starkes Finale und einige sehr gelungene Szenen überzeugen kann.

VÖ: 27.September 2013
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-046-7


Geister-Schocker – 43. Griff aus dem Dunkel



Erster Eindruck: Unheimliches aus einem alten Schloss

Um Abstand von seinem stressigen Job zu bekommen, will der amerikanische Geschäftsmann Jerry Landon einige erholsame Tage in einem alten schottischen Schloss verbringen. Doch schon kurze Zeit nach seiner Ankunft merkt er, dass übersinnliche Mächte am Werk sind. Die Familie des ansässigen Grafen ist von einem Fluch betroffen, ausgesprochen vor hunderten Jahren. Und auch Jerry steht bald im Visier der Dunkelheit…

Romantruhe Audio vertont mit „Griff aus dem Dunkel“ die mittlerweile 43. Folge aus der Reihe „Geister-Schocker“, in der in sich abgeschlossene Geschichten erzählt werden. Hier werden Romanhefte mit übersinnlichem Thema ausgewählt, sodass immer andere Grundvoraussetzungen zustande kommen, auch wenn es sich immer um klassische Gruselgeschichten handelt. Die vorliegende Handlung weist mit dem alten Schloss und dem dann fast schon obligatorischen Familienfluch zwar keine sonderlich neuartigen oder überraschenden Elemente auf, kann aber eine durchaus unheimliche Stimmung erzeugen. Die düstere Atmosphäre in dem Schloss und die Bedrohung durch den Fluch und die rachsüchtige Hexe ergeben eine durchaus düstere Handlung, deren Machart für lockere Unterhaltung bietet. Nur wirkliche Spannung kommt hier nicht auf, zu vorhersehbar ist die Handlung, zu stark orientiert sich die Handlung an anderen, typischen Geschichten dieser Art. Auch das große Finale kann hier nicht zu einer anderen Erkenntnis führen, auch wenn dieses gekonnt in Szene gesetzt wurde. Diese Folge ist professionell produziert und kann mit ihrer düsteren Stimmung punkten, nur die Geschichte kann da nicht unbedingt mithalten.

Die Sprecherriege ist vorrangig mit unbekannteren Stimmen besetzt, sodass sie auch für den Viel-Hörspielhörer noch frisch und unverbraucht klingen. Hier wurden durchaus gute Entscheidungen getroffen, jedoch kann nicht jeder Sprecher hier die Erwartungen voll erfüllen. Ingo Abel beispielsweise klingt als Roger McCuridge manchmal etwas hölzern und kann sich anscheinend nicht richtig in die Rolle hineinversetzen. Julia Casper hingegen kann als Natalie McCuridge mit ihrer abwechslungsreichen Stimme die verschiedenen Emotionen der jungen Frau gut treffen und besonders ihre Panik gekonnt umsetzen. Die Hauptrolle des Jerry Landon wird von Tini Kießling gesprochen, er hinterlässt einen soliden Eindruck und bleibt die Handlung über gradlinig in seiner Rolle. Weitere Sprecher sind Detlef Tams, Vera Bunk und Tom Steinbrecher.

Die musikalische Untermalung der Folge stammt von Multitalent Tom Steinbrecher, der auch bei Produktion, Mix und Mastering mitgewirkt hat. Er hat treffende Melodien geschaffen, um die unheimliche Stimmung im alten Gemäuer zu unterstreichen und auch den Handlungsbogen zu unterstützen. Einige der Effekte, gerade bei den Geistererscheinungen, halte ich für recht gelungen.

Hier wurde nicht das Bild des Heftromans für das Cover genommen, das im Jahr 1976 erschienen ist, sondern ein neues Motiv gefunden. Im Hintergrund das herrschaftliche Gemäuer samt nächtlichem Himmel und Vollmond. Geisterhafte Hände greifen von dort ausgehend auf eine in Panik weglaufende junge Frau. Der Stil wäre wiederum typisch für diverse Heftromane und hat einen in Aquarellen gezeichneten Look.

Fazit: Eine solide Folge der Serie, die mit einer düsteren und gekonnten Stimmung überzeugt, aber eine recht vorhersehbare Geschichte bietet. Fans von Gruselromanen bekommen hier lockere und kurzweilige Unterhaltung geboten, sodass diese ohne Bedenken zugreifen können.

VÖ: 12.Juli 2013
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-045-0